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Nachtsichtgeräte

Was ich von Kinos und der Filmwirtschaft halte, habe ich hier schon mehrfach von mir gegeben. Es ist aber immer wieder interessant festzustellen, wie man es wieder und wieder schafft, noch kundenunfreundlicher zu werden und noch absurdere Haltungen anzunehmen.

In den USA läuft „The Dark Knight“ erfolgreicher als jeder andere Film zuvor. Das hält Filmindustrie und Kinobetreiber jedoch nicht davon ab, aus Raubkopierer-Paranoia zahlende Zuschauer weiterhin wie potentielle Verbrecher zu behandeln. Inzwischen muss man es sich in den Vereinigten Staaten gefallen lassen, beim Filmgucken per Nachtsichtgerät beobachtet zu werden.

Spätestens da wäre für mich der Punkt erreicht, ein entsprechendes Kino nicht mehr von innen zu betreten.

Hell yeah!

Comic-Verfilmung meets Pans Labyrinth. Geil.

[via F5]

Drogendealermörderterroristenpiraten

Ohne Worte.

[via

R.I.P. WAP

Der Mobilfunkanbieter O2 stellt seine WAP-Flatrate ein. Und wieder einmal kann man einer Technologie der Mobilfunkindustrie beim Sterben zuschauen, die nie wirklich gelebt hat. Weil sie völlig an den Bedürfnissen der Kunden vorbei entwickelt wurde und mit Tarifen auf dem Markt gedrückt wurde, die um einige Größenordnungen von dem entfernt lagen, was man als verhältnismäßig hätte beschreiben können.

Die Macht des Faktischen

Nimm das, Uri Geller!

Na, ist denn schon April?

Liebe GEZ, geht’s noch?

(via Spreeblick)

Nachtrag: Udo Vetter bringt’s auf den Punkt.

Liebe Kinobetreiber,

ich weiß, euch geht es dreckig. Kaum einer will noch ins Kino. Die bösen Raubkopierer machen euch das Geschäft kaputt.

Und ich hab mich ja damit abgefunden, dass Kinokarten heutzutage zwischen 6 € und 8 € kosten, auch wenn ich nicht verstehe, wieso das so sein muss und wie in den letzten Jahren Teuerungsraten von überschlagenen 11 % (pro Jahr!) zustande kommen. Benzinpreise schaffen nicht mal die Hälfte davon.

Und nein, eine Tüte Popcorn für 5-6 € halte ich nicht für überteuert. Wenn ein Liter Cola rund 6 mal so viel wie im Laden kostet, dann hat das auch sicher seine Berechtigung. Gut, ich kaufe mir dann neben der Kinokarte einfach nichts mehr im Kino. Ist ja eh ungesund.

Aber warum zum Teufel soll ich für eine Kartenvorbestellung per Internet nochmal pro Karte 0,50 € drauf zahlen? Eine Kartenvorbestellung, bei der ich per Internet meine Plätze wähle und an einem Automaten meine Karten abhole. Ich kann ins Kino gehen, ohne dass auch nur einer eurer Mitarbeiter mit mir sprechen muss. Die Buchung und Abholung läuft völlig automatisch.

Also, wozu der Aufpreis? Langweilen sich die freigewordenen Hotline- und Kassenmitarbeiter sonst und ihr kauft ihnen vom Aufpreis Spielsachen? Wollt ihr mir erzählen, dass vier Automaten und ein Online-Buchungssystem in einem der größten Kinos Deutschlands so viel mehr kostet? Oder sind es die Transaktionsgebühren, die sich bei einer Lastschriftabbuchung so im Bereich von 0,10 € pro Buchung bewegen dürften? Mal ernsthaft, was kostet euch die Bereitstellung von Wechselgeld, das Nachzählen des Hartgeldes in den Kassen und die Abholung von selbigem durch einen Geldtransporter? Alles Kosten die bei bargeldloser Transaktion nicht anfallen. Es ist kein Wunder, dass man allerorts mit Karte bezahlen kann. Die Läden profitieren von bargeldloser Bezahlung.

Und warum wird nicht pauschal pro Buchung berechnet, sondern unfair pro Karte? Soll ich euch glauben, dass euch tatsächlich 2 € Mehraufwand anfällt, wenn ich für einen Kinobesuch mit vier Personen eure Online-Buchung nutze?

Ihr wollt doch, dass ich zu euch ins Kino komme, oder nicht? Und für euch kann es doch nur von Vorteil sein, schon heute und nicht erst morgen abend kurz vor der Vorstellung zu wissen, dass ich Spider-Man 3 sehen will. Also, warum werft ihr mir als entschlossenem Kunden dann Steine in den Weg?

So lange ihr mit so hohen Preisen und derart kundenunfreundlichem Service kundenunfreundlichen Schikanen weiterhin wirftschaftlich überleben könnt, kann es euch noch gar nicht dreckig genug gehen.

Oops, they did it again

Nein, nicht Frau Spears. Die Panorama-Redaktion. Diesmal geht es nicht um Killerspiele an sich, sondern um Computerspielesucht. Aber so richtig ist man an einer Trennung dieser beiden Themen offensichtlich gar nicht interessiert. Den Beitrag „Spiel ohne Grenzen - wenn Computersucht die Kindheit zerstört“ hat agitpop schon auseinander genommen. Wer viel Zeit hat, kann dort eine lange und treffende Analyse lesen. Der TV-Beitrag enthält wieder massiv Suggestionen, Behauptungen und Manipulationen. Aber darauf will ich hier gar nicht so genau eingehen, sonst wird mein Beitrag auch so lang.

Während eine Diskussion um ein Killerspielverbot in meinen Augen total schwachsinnig ist, halte ich das Thema Computerspielesucht durchaus für ein sehr ernstes Thema. Man muss kein Medienexperte sein, um zu erkennen, dass Computerspiele ein weit höheres Suchtpotential als Leitungswasser haben.

Ja, da draußen gibt es Jugendliche wie Erwachsene, die süchtig nach Computerspielen sind. Genau wie Alkoholiker, Drogensüchtige[1] oder Glücksspielsüchtige, sind es Menschen, die in einer anderen Realität leben und ihr richtiges Leben nur noch kaum oder gar nicht mehr bewältigen können. Menschen, die ihre engsten Mitmenschen mies behandeln und doch neben professioneller Hilfe genau diese Menschen brauchen, um aus ihrer Sucht zu entkommen.

Aber Panorama geht es gar nicht um Computerspielesucht. Es geht in dem Beitrag einzig und alleine darum, das Feindbild Computerspiele in einem möglichst quotenbringenden Reißer-Beitrag schlecht darstehen zu lassen.

Diese These lässt sich an meheren Stellen des Beitrags festmachen und beginnt bereits bei der Anmoderation, die online leider nicht zur Verfügung steht. agitpop:

Die Moderatorin erinnerte an den letzten Bericht über Killerspiele und betonte dann, dass man danach tausende E-Mails erhalten habe. Aber nicht von schockierten Eltern, die erst jetzt erfahren was ihre Kinder so spielen, sondern von Leuten die sich über den Bericht erregt haben. So groß, so die Anmoderation, sei die Angst einiger Spieler, dass man ihnen ihre Spiele wegnehmen könnte.

Nun. Für mich sind Leserbriefe und Zuschauerresonanz ein integraler Bestandteil des Journalismus. Denn er gibt dem Empfänger die Möglichkeit auf die Aussagen des Journalisten einzugehen (wie sich das auch immer äußert). Wenn man allerdings mit tausenden Beschwerde-E-Mails als Resonanz ein Zigfaches dessen erhält, was sonst überhaupt an Reaktionen auf einen Beitrag zu erwarten ist[2], dann würde ich mir Gedanken machen, was diese Kritik bedeuten kann.

Bei Panorama macht man es sich sehr einfach. Die Kritik wird nicht nur nicht ernst genommen, nein, sie wird sogar noch in’s Lächerliche gezogen. Richtig dreist ist es aber, diese Formulierung in einer Anmoderation über Computerspielsucht zu verwenden. So hat man dann seine Kritiker direkt in das Lager der Süchtigen geschoben. Klar, dass man die nicht ernst nehmen kann.

Angenommen in einem Bericht über das Flatratesaufen wird ein generelles Alkoholverbot gefordert. Das ärgert viele Zuschauer, vom Kegelclubmitglied bis zum Weingenießer. Und in der nächsten Sendung über Alkoholismus erzählt man von diesen mit dem Satz: „So groß ist die Angst dieser Trinker, dass man ihnen ihren Alkohol wegnimmt.“

Bravo, Panorama! Ich habe nicht damit gerechnet, dass man auf die überwältigende Kritik ernsthaft eingeht. Dass man allerdings so weit geht, sie noch für seinen Kreuzzug gegen Computerspiele zu verwenden, erstaunt mich doch sehr.

Wichtig aber ist die Bemerkung, dass man eigentlich lieber Briefe schockierter Eltern erhalten hätte, denen der tapfere Ritter Panorama in seiner aufklärerischen Mission enthüllt hat, welche abartigen Spiele ihre Kinder so spielen. Aber darauf komme ich zurück.

Im Beitrag selber sieht man dann hauptsächlich Szenen aus zwei Familien mit angeblich spielsüchtigen Söhnen. In der Tat sind die Bilder erschreckend.

Die Kinder sitzen ausnahmslos[3] am Computer, spielen sogar während des Interviews. Schlimmer aber ist das Verhältnis zwischen den Söhnen und Müttern. Die Söhne: Widerworte, Beschimpfungen, Anschreien. Keine schönen Bilder. Für mich aber wirklich erschreckend sind die Reaktionen der Mütter. Sie erscheinen wie eine Farcé, ohne Autorität, hilflos, überfordert und unfähig, mit ihren Kindern umzugehen. Die eine Mutter droht den Internet-Router abzustellen, was allerdings offensichtlich nichts mehr als eine leere Drohung zu sein scheint.

Klar kann es sein, dass wie berichtet die Spielsucht die Kinder verändert hat und den Eltern jeden Weg geraubt hat, ihre Kinder noch zu erziehen. Ich bin kein Pädagoge oder Psychologe. Und nach einem Fernsehbeitrag (und der Fragwürdigkeit, wie alltäglich solche Szenen ohne Kamera im Hintergrund sind) könnte ich wohl selbst als Experte die Situation nicht beurteilen.

Trotzdem wirkt es im Beitrag auf mich eher so, als hätten diese Mütter ganz generelle Probleme bei der Erziehung ihrer Kinder, nicht erst seitdem diese die Computerspiele für sich entdeckt haben. So, als wäre dort schon früh vieles ganz gewaltig schief gelaufen. Und nun ist den Kindern alles egal. Und weil sie die Welt da draußen in ihrer Null-Bock-Haltung nur stresst, flüchten sie in die Parallelwelten der Computerspiele. Dann wären die Spiele ein Ausdruck des Problems, aber nicht das Problem selber.

So oder so ist klar, dass die entsprechenden Familien dringend professionelle Hilfe brauchen. Das Letzte, was da hilft, ist eine derartig reißerische Bloßstellung von Kindern und Eltern im Fernsehen.

Auffälligerweise ist die Berichterstattung völlig auf die hilflosen Eltern fixiert. Ohne Zweifel ist die Situation für sie schwer. Aber die tatsächlichen Opfer sind die spielsüchtigen Kinder. Komischerweise werden diese wie reine Arschlochkinder dargestellt. Ginge es Panorama wirklich um die Spielesucht, hätte man z.B. thematisiert, wie man eine solche Sucht erkennt, wer im Falle einer Spielsucht der passende Ansprechpartner ist und wie betroffenen Familien geholfen werden kann. Die Lösung wird nur hinten herum suggeriert: Ein Verbot muss her. Ich frage mich, ob man bei Panorama schon mal den Begriff „Prohibition“ gehört hat.

Aber hiermit schließt sich auch der Kreis zu den oben erwähnten empörten Eltern. Denn es zeigt sehr schön, an welche Zielgruppe sich die Beiträge richten. Zuschauer ab 35 mit Kindern in jugendlichem Alter und relativ wenig Ahnung von modernen Medien (wie z.B. Computerspielen). Man will genau diese Menschen schockieren. Und wie könnte man das besser erreichen, als sie mit ihren Ängsten zu konfrontieren. Ängste, z.B. die eigenen Kinder an eine Sucht zu verlieren und nicht mehr in der Lage zu sein, den Nachwuchs zu erziehen. Ich weiß nicht, ob man sowas zielgruppengerechtes Fernsehen im öffentlich-rechtlichen Sinne nennt.

agitpop schließt seinen Beitrag mit den Worten:

Sorry, Panorama: Das hätte ein wirklich guter Bericht über ein neuartiges Zivilisationsproblem werden können (also, die spezielle Form der Sucht… nicht Sucht an sich, das ist ein gesellschaftliches Problem mit dem wir seit Jahrtausenden zu kämpfen haben), der vor Gefahren warnt und Auswege zeigt. Stattdessen war es wieder mal eine Lehrstunde darin, wie man gegen ein Feindbild vorgeht, alte Vorurteile bedient (die Angst vor einer lethargischen, ungehörigen Jugend ist seit Platos Zeiten ein Dauerbrenner), einer großen Zuschauergruppe gezielt und gewollt (siehe Anmoderation) vor den Kopf stößt und am Ende niemand klüger ist als vorher. Weil der eingesprungene Alarmismus wichtiger war als eine ernsthafte Reportage.

Nachdem Panorama gezeigt hat, wie man dort mit Kritik umgeht und wie dreist man dort wiederholt über ein Thema berichtet, ist diese Sendung entgültig für mich gestorben. Und sie reißt bei mir das Ansehen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mit herunter. Panorama, Monitor und Co. sind die Formate, die immer wieder als Rechtfertigung für Rundfunkgebühren angeführt werden. Pff.

Bei Kritiken zu diesen Panorama-Beiträgen liest man oft die Frage, ob andere Beiträge zu Themen, bei denen man sich nicht so auskennt, auch derart schlecht und wertend produziert werden. Ich habe mir diese Frage beantwortet. Panorama ist für mich BILD-Zeitung in Fernsehversion.

Anmerkungen:

[1] Ja, Alkohol ist auch eine Droge. Spricht man von Alkohol- oder Drogensüchtigen wird das jedoch in der Regel getrennt erfasst.

[2] Selbiges kann man ganz leicht an der Anzahl der Beiträge im Panorama-Forum verifizieren, wo die Killerspielbeiträge das 13- bis 460-fache an Antwortbeiträgen ausgelöst haben.

[3] Gut, ein Junge wird einmal gezeigt, wie er angeblich seinem kleinen Bruder einen Bienenstich wegfuttert. Mehr brauche ich dazu nicht sagen, oder?

Umfrage zum Mediengebrauch von Weblogs

Eine wissenschaftliche Umfrage, die sich mit Blogs und ihrer Bedeutung befasst:

In Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Medienwissenschaft am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Ilmenau soll im Rahmen einer Diplomarbeit der Mediengebrauch von Weblogs, seiner Relevanz als demokratisches Massenmedium und Citizen Journalism
empirisch untersucht werden.

Den Fragebogen gibt es unter:
http://www.unipark.de/uc/ik_tu_fb_ifmk/a396

Das Blog zur Umfrage gibt es hier. Mitmachen können übrigens auch Leute, die einfach nur Blogleser sind.

(via Jörg-Olaf Schäfers)

Cute

Knut ist doof, stinkt und wird in einem Jahr so fett sein, dass sich keine Sau mehr für ihn interessiert. Und für den Berliner Zoo schon gar nicht.