Archiv für die Kategorie 'Kurioses'

Telekom-Service-Chat

Ich kann mich daran erinnern, dass vor einiger Zeit die Telekom ihren Service (der nun wirklich nicht den besten Ruf hat) mit einer Serviceoffensive massiv verbessern wollte. Im Rahmen dessen kam bestimmt auch jemand auf die glorreiche Idee, einen Service-Chat anzubieten, bei dem man direkt mit Support-Mitarbeitern chatten kann. Eigentlich keine schlechte Sache. Man hat den Vorteil einer Hotline ohne deren gravierende Nachteile (nur Sprache, viele Informationen in kurzer Zeit, hohes Potential für Missverständnisse/Fehlinformationen).

Ich weiß nicht, was der Service-Chat der Telekom kann. Als ich ihn aber gerade zum Thema „Kundencenter“ gestartet hatte, kam vom Gegenüber noch bevor ich meine Frage überhaupt stellen konnte der Hinweis

Setzen Sie sich zur Klärung Ihre Anfrage bitte direkt mit unserem T-Home Kundencenter unter der kostenfreien Rufnummer 0800 33 01000 in Verbindung.
[Hervorhebung von mir]

Ich bin begeistert.

Nachtrag: Wie mir gerade mitgeteilt wurde, wurde der Anruf bei der Hotline nach 14 Minuten Warteschleifenmusik von Seiten der Telekom aus kommentarlos beendet.

Daft Hands

(DirektHarderBetterFasterStronger)

Und das geht noch besser:

(DirektAroundTheWorld)

Via Sonja

Liebe Radsportler,

seid ihr total merkbefreit? Geht’s irgendwie noch peinlicher, noch absurder, noch lächerlicher?

Dialoge am Abend

Ich so, das hier lesend: Boah, der Schäuble dreht auch immer mehr am Rad.
Sie so, trocken: Kein Wunder, sonst kommt der auch nicht vom Fleck.

Kreativere Rechnungen mit den Stadtwerken

Seit dem 1.4.2007 haben wir unseren Stromanbieter gewechselt, da die lokalen Stadtwerke immer teurer wurden. Der Strom kommt seitdem von den Stadtwerken Düsseldorf. Und die mögen uns sogar so sehr, dass sie uns schon die erste „Jahresrechnung[sic]“ geschickt haben. Die erstreckt sich über den Zeitraum vom 1.4.2007 bis 17.4.2007. Also über genau 17 Tage.

Und ich frage mich jetzt, was sowas soll. Eine Erklärung wäre, dass man über einen kurzen Zeitraum den Verbrauch misst, um den Jahresverbrauch abzuschätzen, mit dem man wiederum den zu zahlenden Abschlag bestimmen kann.

Aber auch das kann nicht sein. Denn erstens kennen die Stadtwerke unseren alten Jahresverbrauch. Aus dem haben sie bereits Anfang April einen Abschlag berechnet. Und zweitens ist der Verbrauch in der „Jahresabrechnung“ nicht abgelesen sondern nur geschätzt. Zufälligerweise entspricht diese Schätzung genau dem alten Jahresverbrauch (auf 17 Tage umgerechnet).

Ich bin also nach wie vor ratlos. Aber wenn den Stadtwerken Düsseldorf das jetzt irgendwie weiterhilft, bitte.

Nachtrag: Gerade hat mich (als Reaktion auf eine Nachfrage meinerseits) ein sehr netter Mensch von den Stadtwerken Düsseldorf angerufen. Die Erklärung ist simpel. Für Bochum würden die Rechnungen immer gegen Mitte April erstellt, egal, wann der Vertrag beginne. Und da ich erst so kurz Kunde war, hätte man mir nicht mehr rechtzeitig eine Ablesekarte schicken können, weswegen man stattdessen eine Schätzung vornahm.

Ein Pfund Kaffee und ein Päckchen Nippelaufkleber bitte!

Gibt’s bei Tchibo.

Hochprofessionell

BKA-Präsident Jörg Ziercke in der taz über Online-Durchsuchungen:

Wie stellen Sie sicher, dass Sie bei der Durchsuchung nicht den besonders geschützten “Kernbereich der privater Lebensgestaltung” verletzen?

Wir können über die Verwendung bestimmter Schlüsselbegriffe steuern, dass ganz private Daten von der Polizei gar nicht zur Kenntnis genommen werden. Im Übrigen stellt sich die Polizei bei Online-Durchsuchungen einer gleich dreifachen Kontrolle: Ein Richter muss die Maßnahme genehmigen, die Staatsanwaltschaft überwacht sie und Datenschutzbeauftragte können sie ebenfalls kontrollieren.

Und nun lese man diesen Artikel beim Deutschlandfunk:

Manfred Kloiber: In Berliner Regierungskreisen wird gemunkelt, dass dieser Stopp der Online-Durchsuchungen in erster Linie technische Gründe habe. Was steckt dahinter, Peter Welchering?

Peter Welchering: Dahinter steckt, dass die bisherigen Online-Durchsuchungen nicht besonders erfolgreich verlaufen sind. Denn nach allem, was bisher bekannt wurde, sind die Programmierer der Geheimdienste noch längst nicht so weit, dass solch ein Bundestrojaner […] einfach […] auf den Zielcomputer angesetzt werden kann. Das zweite Problem: Offensichtlich hat das gezielte Ausspähen […] nicht funktioniert, und es hat nicht schnell genug funktioniert. In einem Fall sollen Festplatteninhalte von 120 Gigabyte über Wochen hinweg an die Zieladresse des Verfassungsschutzes von einem Trojaner geschickt worden sein. […] Diese Schadsoftware bestand im Wesentlichen aus einem Programm, dass einen Port im Router der überwachten beziehungsweise online durchsuchten DV-Anlage öffnete und über diesen Port Dateien an einen Rechner schickte, dessen IP-Adresse maskiert war. […] In einem anderen Fall hat der Besitzer eines online durchsuchten PCs unbestätigten Informationen zufolge den Trojaner gleich beim Einschleusen bemerkt, die Aktivitäten des Bundestrojaners genau analysiert und der Zieladresse dann regelrechten Datenmüll geschickt.

[…]

Kloiber: Wie sind die Trojanischen Pferde denn dann auf die Zielrechner gekommen?

Welchering: […] Sie [die Verfassungsschutzmitarbeiter] sollen mit Trojaner verseuchte CDs verteilt haben. Und das Problem dabei soll gewesen sein: Neben den Zielrechnern, die sie online durchsuchen wollten, sind auch andere Rechner mit diesem Trojaner wohl verseucht worden. Und das soll zur Folge gehabt haben, dass so viele Daten an den Zielrechner geschickt worden sind, dass der Sammelrechner, auf dem die ganzen Durchsuchungsdaten landen sollten, sich offensichtlich wie bei einem Denial of Servcie[sic] Angriff verhalten hat. Das heißt, ob der vielen Daten soll der einfach in die Knie gegangen sein.

Nochmal Ziercke:

Die Online-Durchsuchung ist dagegen ein polizeiliches Werkzeug, das im Einzelfall gegen tatverdächtige Schwerstkriminelle zum Einsatz kommen kann - kontrolliert und hochprofessionell.

Achso. Gut, dass sie es sagen, Herr Ziercke. Man könnte nämlich fast den Eindruck bekommen, dass das total dilletantischer und gefährlicher Quatsch ist, was da bisher in Sachen Online-Durchsuchung geschehen ist.

(via fx3.org)

In fünf Jahren…

Gerade hat bei Sat 1 eine von Monrose erzählt, dass die ja in 5 Jahren mal eine Pause machen könnten, um danach mit einem Comeback zurückzukommen.

Pruuust.

Spielen mit Statistiken. Heute: Quarks & Co

Gerade habe ich erfahren, dass der WDR Podcasts der Sendung Quarks & Co anbietet. An sich eine schöne Sache. Absurderweise bietet man aber nur 30-minütige Zusammenfassungen an. 30 Minuten von einer Sendung die 45 Minuten dauert. Ein Drittel der Sendung schneidet man also heraus.

Und jetzt wollte ich mich gerade darüber aufregen, warum man mir mit meinem rundfunkgebührenpflichtigen neuartigen Empfangsgerät (a.k.a. Computer mit Internetzugang) die komplette Sendung vorenthält, da sehe ich, dass zumindest die aktuelle Sendung doch komplett zu sein scheint.

Schöne Sache. Hoffentlich behält man das bei.

Eins habe ich aber doch noch. Bei Quarks & Co hält man es mit Statistik bisweilen etwa so wie Churchill etwas ungewöhnlich. Beliebter Trick: Eine Frage stellen, eine andere Frage beantworten.

Man will der Frage nachgehen, ob Autos explodieren können. Dazu befragt man 1000 Leute am Telefon:

Im Jahr 2005 gab es in Deutschland 4984 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen ums Leben kamen.
Bei wie vielen dieser Unfälle explodierte ein Auto?

Bei der Auswertung präsentiert man jedoch eine völlig andere Frage:

Können Autos explodieren? 14% Nein, 78% Ja, 8% keine Angabe

Wundersamerweise geben nur 14% der Befragten an, dass 2005 kein Auto explodiert sei. Tatsächlich können Autos so ohne weiteres nicht explodieren. Dementsprechend wertet man diese 14% als Antwort „Nein“ zur obigen Frage. Ob das so statistisch sauber ist, sei mal dahingestellt.

Immerhin haben aber 78% der Befragten eine Antwort zwischen 1 und 4984 gegeben. Sie glauben also, dass Autos prinzipiell explodieren können? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Dazu wäre es interessant gewesen, die Frage auch vollständig auszuwerten. Also zu zeigen, welche Anteile der Befragten welche Anzahl an explodierten Autos geschätzt haben.

Es würde mich nicht wundern, wenn ein großer Teil dieser 78% nur verhältnismäßig wenig Explosionen geschätzt hat. So könnte ich mir Befragte vorstellen, die grundsätzlich davon ausgehen, dass Autos nicht explodieren können, aber bei einer solch großen Anzahl an Unfällen nicht ausschließen wollen, dass dort vielleicht auch mal ein Auto ganz eventuell durch äußere Einwirkung (also nicht von sich aus) explodiert sein könnte. Die antworten dann irgendwas zwischen 1 bis 10 explodierten Autos.

Und dementsprechend würde mich auch nicht wundern, wenn bei einer Telefonumfrage „Können Autos ohne Zuhilfenahme von Sprengstoff explodieren?“ wesentlich mehr als 14% mit „Nein“ geantwortet hätte.

Wenn man also die Frage „Können Autos explodieren?“ beantworten will, warum stellt man dann die Frage nicht genau so? Damit das Ergebnis besser zur Sendung passt? Oder gibt es da einen tollen statistischen Grund, den ich nicht verstehe? Für sinnvolle Erklärungen wäre ich dankbar, ich verstehe es nämlich nicht.

Der NDR schießt sich selbst in’s Knie

Online-Vote: Sollten die so genannten Killerspiele generell verboten werden? 0,61%: Ja; 99,39% Nein

Ohne weitere Worte.