Da war doch was. Und jetzt das.
[Update:] Telepolis beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema und dem Verhalten der Presse.
Belanglosigkeiten aus meinem Leben
Da war doch was. Und jetzt das.
[Update:] Telepolis beschäftigt sich ausführlich mit dem Thema und dem Verhalten der Presse.
Wie man bei Heise und sicher auch in diversen anderen Medien lesen konnte, wurde vor Kurzem die Operation Himmel bekannt, bei der durch Polizei und Strafermittler ein bundesweiter Schlag gegen Kinderpornographie durchgeführt wurde. Man spricht von 12.000 Verdächtigen. Und das nur durch eine Website.
12.000 Verdächtige ist eine sehr große Zahl. Sollte es sich dort tatsächlich um 12.000 Konsumenten von Kinderpornographie handeln, ist das entweder ein totaler Ermittlungserfolg oder aber in Deutschland leben weit mehr Perverse als man sich vorstellen kann. Denn eins sollte klar sein: Kinderpornographie bzw. der (sexuelle) Missbrauch von Kindern ist nicht tolerierbar.
Oder aber unter den 12.000 Verdächtigen finden sich auch mehr oder weniger völlig unschuldige Bürger, die nur zufällig in das Visier der Fahnder gerieten.
Wer das nicht glauben mag, sollte sich mal diese zwei Artikel vom Strafverteidiger Udo Vetter durchlesen: „Vom ‚Himmel‘ in die Hölle“und „Sandra-model2.mpeg“.
Das dort geschilderte Vorgehen der Ermittler kann man nur als erschreckend bezeichnen. Totale technische Inkompetenz gepaart mit dreistesten Beschuldigungen.
So wundert man sich dann auch nicht mehr über 12.000 Beschuldigte. Mich würde dann aber interessieren, bei wie vielen der 12.000 Beschuldigten tatsächlich kinderpornographisches Material gefunden wurde. Und warum man die hohe Zahl so früh bekannt gibt. Ein Schelm wer jetzt angesichts der Forderungen nach mehr Ermittlern und mehr Ermittlungskompetenzen Böses denkt.
Update: Ich hab’s ja gesagt, siehe Heise.
Was ist so ziemlich das Blödste, was einem ziemlich genau 24 Stunden vor der mündlichen Diplomprüfung passieren könnte?
Prüferin krank. Prüfung um eine Woche verschoben und damit drei Tage vor Heiligabend.
Ein Freund in der Uni meinte heute: „Das ist wie auf wenn du auf Klo musst, aber nicht gehen kannst.“
Eine Kooperation aus BILD, BUND, Greenpeace, WWF, Google und Pro Sieben ruft für Samstag dafür auf, um 20:00 Uhr für fünf Minuten das Licht aus zu schalten. Für das Klima.

Drollig. Als angehender Physiker spare ich mir mal Kommentare zum Sinn dieser Aktion. Erschreckend finde ich, dass neben BILD und Pro Sieben auch scheinbar seriöse Umweltschutzorganisationen wie BUND, Greenpeace und WWF an der Aktion beteiligt sind.
Und es erschreckt, dass es tatsächlich Menschen gibt, die glauben, eine solche Aktion könne den CO2-Ausstoss irgendwie merklich beeinflussen:
„Ich mache mit, weil es wirklich eine super Idee ist. Eigentlich sollten wir jede Woche solch eine Aktion wiederholen! Mich würde auch interessieren, wie viel Strom dabei eingespart werden könnte – bestimmt jede Menge!“ - (Christiane Gerboth, Moderatorin Pro Sieben)
Hm, mal kurz nachrechnen… So etwa 0,05 Promille des gesamten Stromverbrauchs.[1] Wenn denn Kraftwerke überhaupt innerhalb von 5 Minuten ihre Leistung absenken könnten.
Wie wäre es mit der Aktion „Hirn ein! Energiesparlampen kaufen und den eigenen CO2-Verbrauch dauerhaft senken anstatt auf populistische Aktionen scheinheiliger Massenmedien reinzufallen.“?
[1]: Annahme: Die Beleuchtung macht 10% des Stromverbrauchs aus (s. Heise) und fünf Minuten pro Woche verzichtet ganz Deutschland auf sämtliche Beleuchtung. Macht 5 Min / ((60 Min/h) * (24 h/Tag) * (7 Tage/Woche)) * 10% = 0,0000496
Anton Westendorp ist CEO der Nedap-Mutterfirma. Der Firma, deren Wahlcomputern in den Niederlanden vor Kurzem auf Grund von Sicherheitsbedenken die Lizenz entzogen wurde. Und darüber, dass nun tausende Geräte nutzlos wurden, freut er sich sogar:
“Im Grunde müssen wir der Korthals-Altes-Kommission dankbar sein”, erklärte der Chef des Nedap-Verbundes und blickt frohgemut in die Zukunft. “Die Niederlande standen voll mit Wahlmaschinen, aber nun liegt der Markt offen vor uns.”
Soviel zur Kostenersparnis.
Da ich es nicht ansatzweise so gut hätte sagen können, verweise ich auf René, Udo Vetter, Spreeblick und nochmal Udo Vetter. Unbedingt lesen! Es geht um Pilze, Grundrechenarten, Menschenwürde und nukleare Panikmache.
Wie Heise berichtet, hat die Tagesschau im Rahmen der „Sonntagsfrage“ auch nach der Akzeptanz der Online-Durchsuchung in der Bevölkerung gefragt. Einmal vor den Festnahmen im Sauerland, einmal danach. Und, oh Wunder, die Zustimmung stieg von 50% auf 58%. Was so eine Wechselhaftigkeit über die Befragten aussagt, überlasse ich dem Leser.
Mir geht es um etwas ganz anderes. Ich bezweifle die Repräsentativität der Umfrage an sich. Bei der Sonntagsfrage werden regelmäßig von infratest dimap 1000 Deutsche angerufen und zu aktuellen Themen befragt. An sich sagt man, dass 1000 Menschen ausreichen, um repräsentativ die gesamte Bevölkerung abzubilden.
Ja. Aber. Nun kennt wohl jeder lästige Werbeanrufe. Sogegenannte Cold Calls. Nicht selten geben diese Anrufer vor, nur eine Umfrage durchzuführen, um einem danach doch irgendeinen Kram andrehen zu wollen. Und auch wenn es sich bei dem Anruf tatsächlich nur um eine Umfrage handelt, bleibt die Frage, ob die Leute, die sich da gerade für „infratest dimap“ ausgeben, nicht doch einfache Datensammler sind, die einfach die gewonnenen Konsumenteninformationen zusammen mit der eigenen Adresse (s. Telefonbuch oder Adressdatenbank) weiter verhökern wollen.
Deshalb lege ich grundsätzlich auf, wenn ich Anrufe von Firmen erhalte, mit denen ich sonst nichts zu tun habe. Schade für seriöse Institute wie infratest dimap.
So und jetzt darf jeder dreimal raten, wie groß die Schnittmenge zwischen den datenschutzbewussten und privatsphärebedürftigen Bürger, die die Online-Durchsuchung strikt ablehnen, und den datenschutzbewussten und privatsphärebedürftigen Bürgern ist, die bei Cold Calls grundsätzlich auflegen.
Und ich glaube keiner Telefonumfrage mehr, bei der nicht auch in den Ergebnissen genannt wird, wie viele Bürger sich der Umfrage durch Auflegen verweigert haben. Ich würde nämlich darauf wetten, dass infratest dimap und Co. auflegende Angerufene einfach unter den Tisch fallen lässt und für jeden Aufleger einen neuen Umfrageteilnehmer anruft.
Ach ja, und zum Abschluss mal wieder ein „Innenminister gone wild“:
Der Bild sagte der sächsische Innenminister Albrecht Buttolo: „Bei der Terror-Bekämpfung darf es keine Tabus geben – das gilt auch für Online-Durchsuchungen. … Der jüngste Fahndungserfolg hat nämlich gezeigt, dass das Problem schnell gelöst werden muss.“
Keine Tabus? Wie wäre es mit Grundgesetz, Artikel 1 bis 146? So als Anfang?
während des Abspannguckens von euren Aufräummitarbeitern angemacht zu werden, weil man doch noch sitzen bleibt und den blöden Abspann guckt, und deren lautstarkes Geplapper anhören zu müssen, während diese im Bild stehen, erhöht nicht meine Bereitschaft, in Zukunft Filme im Kino zu sehen. Bei DVDs zu Hause muss ich mich immerhin nicht blöd beschimpfen lassen.
Meine Bereitschaft, den Müll mitzunehmen und in die dafür bereitgehaltenen Müllsäcke zu werfen, ist dann natürlich auch im Keller.
Schöne Grüße!
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