Archiv für die Kategorie 'AAARGH!'

Führungspositionen

Damian Sicking schreibt für Heise in seiner Kolumne über Frauen in Führungspositionen. Kurz gesagt, es gibt so wenig Frauen in Führungspositionen, weil Frauen so klug sind und gar keine Führungspositionen besetzen wollen. Außerdem fehlt ihnen der Wettkampfwille. Machen Sport ja auch nur für die Figur und so.

Aha.

Wie war das noch gleich mit den Führungspositionen bei den letzten Fußball-Weltmeisterschaften?

(Ich bin ja nun alles andere als ein Kämpfer für die Gleichberechtigung der Frau, aber so einen sexistischen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.)

Nachtsichtgeräte

Was ich von Kinos und der Filmwirtschaft halte, habe ich hier schon mehrfach von mir gegeben. Es ist aber immer wieder interessant festzustellen, wie man es wieder und wieder schafft, noch kundenunfreundlicher zu werden und noch absurdere Haltungen anzunehmen.

In den USA läuft „The Dark Knight“ erfolgreicher als jeder andere Film zuvor. Das hält Filmindustrie und Kinobetreiber jedoch nicht davon ab, aus Raubkopierer-Paranoia zahlende Zuschauer weiterhin wie potentielle Verbrecher zu behandeln. Inzwischen muss man es sich in den Vereinigten Staaten gefallen lassen, beim Filmgucken per Nachtsichtgerät beobachtet zu werden.

Spätestens da wäre für mich der Punkt erreicht, ein entsprechendes Kino nicht mehr von innen zu betreten.

Klapperschlange

Das hier ist übrigens das rappelnde Geräusch* meines MacBook Pro, von dem ich schrieb. Das Geräusch, was man beim Apple Service Provider übrigens nicht finden bzw. nachvollziehen konnte.

* Aufgenommen mit meinem Handy, daher sehr schlechte Tonqualität. Ich musste die Aufnahme nachträglich um 6 dB verstärken, aber das liegt alleine daran, dass das Handy erstens schlechte Aufnahmequalitäten hat und zweitens anscheinend eine Rauschunterdrückung das hier gewollte Rauschen abschwächt. Daher ist die Lautstärke nur bedingt aussagekräftig, das ungewöhnliche Klappern und Rappeln sollte aber deutlich hörbar sein.
Aufgenommen wurde das Lüftergeräusch bei einer Drehzahl von ca. 3000 U/min. Bei der Drehzahl sollte der Lüfter gerade hörbar, aber sehr leise und vor allem absolut gleichmäßig rauschen.

Montagsgerät

Dass teuer nicht unbedingt besser sein muss, darf ich gerade erfahren. Wie vielleicht bekannt, habe ich ein Apple MacBook Pro. Ich habe mir also ein Notebook gekauft, das mit ca. 2000 Euro deutlich teurer als fast jedes vergleichbare Gerät ist. Dazu habe ich mir dann noch für 300 Euro drei Jahre Garantie erkauft (Apple-Produkte haben sonst nur ein Jahr Garantie). Dafür erwartet man dann in der Regel auch einiges. Z. B. hochwertige Verarbeitung und zuverlässige Hardware.

Leider durfte und darf ich zur Zeit das Gegenteil erleben. Mein gut zwei Jahre altes Gerät war bereits fünf (in Worten: fünf) Mal in Reparatur. Jede Reparatur bedeutet: Eine Woche oder länger auf den dringend benötigten Rechner verzichten, vorher aufwändig Backups erstellen und einen Ersatzrechner zum Arbeiten vorbereiten (Daten kopieren, E-Mail-Konten einrichten, etc.).

Bei den Reparaturen wurde bereits drei Mal das Display komplett getauscht. Letztens fing dann einer der Lüfter an, klappernde Geräusche von sich zu geben. Je nach Drehzahl rappelt das Ding deutlich hörbar und nervend herum. Blöd nur, dass dieses Rappeln von  vielen Faktoren abhängig ist, nur unter Last auftritt und nur in bestimmten Drehzahlbereichen gut hörbar ist. Das macht es nicht weniger nervig, aber extrem schwer zu reproduzieren.

Also zum „Service Provider“. Linker Lüfter wurde getauscht. Danach Ruhe. Dann wieder Rappeln, dann fiel der rechte Lüfter komplett aus. Wieder zum Service Provider. Rechter Lüfter angeblich ausgetauscht. Nach kurzer Zeit wieder das Rappeln.

Schnauze voll. Bei Apple angerufen. Dort Verwunderung, dass das Gerät schon so oft zur Reparatur musste. Trotz allem soll ich mit diesem Problem auch noch ein drittes Mal zum Service Provider. Dazu die sinngemäße Äußerung: Pech gehabt, Montagsgerät erwischt.

Das andere MacBook in unserem Haushalt war übrigens ein DOA-Gerät, verhält sich seitdem aber zum Glück unauffällig.

Kann mir mal einer erklären, warum ich beim nächsten Computerkauf noch mal so bescheuert sein sollte, mir ein unglaublich teures Apple-Produkt zu kaufen?

Nachtrag: Jetzt auch mit Ton.

0,6%

Tausende Bürger sind mit der immer schärferen Anti-Terror-Gesetzgebung der Bundesregierung unzufrieden und wehren sich gegen einen drohenden Überwachungsstaat. Die Regierung interessiert das alles herzlich wenig. Schließlich ziehen 34.000 Bürger vor das Verfassungsgericht, um die umstrittene Vorratsdatenspeicherung zu stoppen.

Andere Geschichte. 200 „Künstler“, darunter nicht wenige Multi-Millionäre beschweren sich bei der Bundeskanzlerin über Raubkopierer und weinen um entgangene Umsätze. Und gerade mal ein Tag später reagiert diese mit einer Videobotschaft und sagt der Musikindustrie den Künstlern Unterstützung zu.

So viel zum Lobbyismus.

Argumente gibts bei Nerdcore und stern.de.

Drogendealermörderterroristenpiraten

Ohne Worte.

[via

Command-Alt-W

Seitdem auf meinem Notebook Mac OS X Leopard (10.5) läuft, habe ich einen neuen Lieblingsbrowser. Nachdem ich mich immer mehr geärgert hatte, hab ich mich endlich vom Firefox getrennt. Die Gründe dafür sind vielfältig, kann ich bei Interesse gerne erläutern, gehören aber jetzt nicht hier her.

Safari hat in der aktuellen Version 3 endlich Features bekommen, die bisher den Wechsel von Firefox ausschlossen. Aber inzwischen kann Safari mehrere Tabs als Bookmarks speichern, im Gegensatz zu Firefox nach dem Beenden komplette Sessions zuverlässig wiederherstellen und für mich am wichtigsten den Benutzer warnen, wenn er (womöglich ausversehen) ein Fenster mit mehreren Tabs schließen will. Letzteres ist eine totale Kleinigkeit, für mich aber eine essentielle Funktion, ohne die ich mich schon mehrfach extrem aufgeregt hätte (ich habe oft 10-30 Tabs in einem Fenster offen, da ist das extrem blöd, wenn das alles weg ist).

Johnny hat sich drüben bei MobileMacs mal über Bediener-Ärgernisse bei Apple aufgeregt. Während ich das dort aber eher als ärgerliche Kleinigkeiten abtun würde, macht Safari bzw. Mac OS X generell etwas wirklich total Unsinniges.

Drückt man Command-W, schließt Safari den aktuellen Tab. Command-Shift-W schließt das gesamte Fenster, ggf. mit Nachfrage. Und wenn man einmal abrutscht, und Command-Alt-W in einem Fenster ohne Tabs drückt? Dann schließt Safari bzw. Mac OS alle offenen Fenster von Safari. Ohne Nachfrage.*

Größere Recherche gemacht? Pech gehabt. Gerade in einem weiteren Fenster eine E-Mail im Webmailer angefangen? Pech gehabt. Ausversehen die falsche Taste gedrückt? Pech gehabt.

Glücklicherweise konnte ich Quicksilver dazu überreden, Command-Alt-W systemweit abzufangen. Drücke ich diese Kombination, passiert Folgendes:

Damit ich mich dann auch immer wieder an diese Bedienfreundlichkeit erinnern darf.

* Drückt man Command-Alt-W in einem Fenster mit Tabs, schließt Safari nur alle Tabs in dem Fenster, auch ohne Nachfrage. Zur Konsistenz dieser Bedienung muss man nichts sagen, oder?

Vetraulichkeit und Integrität

“Wer die Überprüfung von Daten auf Rechnern potenzieller Terroristen für einen Einbruch in den grundgesetzlich geschützten Wohnraum hält, hat das Wesen des Internets nicht verstanden”, betonte Wolf. Der Nutzer befinde sich weltweit online und verlasse damit bewusst und zielgerichtet die geschützte häusliche Sphäre. “Der Standort des Computers ist dabei völlig unerheblich. Es findet zudem keinerlei Überwachung der Vorgänge in der Wohnung selbst statt”, erläuterte der Innenminister.

Das sagte NRW-Innenminister Ingo Wolf im Oktober 2006 über die sogenannten Online-Durchsuchungen im NRW-Verfassungsschutzgesetz. Wolf ist Mitglied der FDP. Der Partei, die sich Bürgerrechte und Liberalität auf die Fahnen geschrieben hat und Freiheit im Namen trägt.

Gleichzeitig ist die FDP aber auch die Partei von Leuten wie Gerhart Baum (selber einst Bundesinnenminister), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bundesjustizministerin a.D.) oder Burkhard Hirsch (ehem. NRW-Innenminister). Letztere haben teilweise bereits mehrfach erfolgreich gegen Sicherheitsgesetze Verfassungsbeschwerden eingereicht.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Gerhart Baum auch zu jenen gehört, die gegen eben diese Online-Durchsuchungen in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde einlegten. Und Recht bekamen. Das Gesetz ist in seiner derzeitigen Form verfassungswidrig.

Aber mehr noch. So haben die Verfassungsrichter sogar aus dem Grundgesetz ein neues „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“ abgeleitet. Welche Auswirkungen das haben wird, kann man jetzt kaum absehen. Ein Erfolg für die Freiheit ist es allemal. So viel zum Wesen des Internet, Herr Wolf.

Absurd wird es aber, wenn man sich die Reaktion der FDP-Bundestagsfraktion zum gestrigen Urteil ansieht:

„Das Modell Schily-Schäuble, das die Freiheit der Bürger zu schützen vorgibt, indem es die Bürgerfreiheit aufgibt, ist höchstrichterlich beendet worden“, kommentiert FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle zur Entscheidung der obersten Richter. Das Gericht stoppe die Aushöhlung der Privatsphäre, wie sie unter Rot-Grün mit Otto Schily begann und wie sie unter Schwarz-Rot mit Wolfgang Schäuble fortgesetzt werden soll.

Ja, ist klar. Dumm nur, dass das betreffende Gesetz von einem FDP-Politiker auf den Weg gebracht und mehr als einmal verteidigt wurde. Wieder einmal bestätigt sich die FDP als populistisch-opportunistische Partei.

Zurück zu Wolf und dem Wesen des Internets. Nur weil ich mit dem Computer ins Internet gehe, auf dem auch meine privatesten und intimsten Daten liegen, heißt das nicht, dass ich diese Daten auch im Internet zur Verfügung stelle. Ja, meine Festplatte gehört für mich zum geschützten sog. Kernbereich privater Lebensgestaltung. Und nur weil es (für den Staat) Möglichkeiten geben mag, sich Zugriff auf diese Daten zu verschaffen, heißt das noch viel weniger, dass dieser Zugriff rechtens ist.

Schön, dass das Bundesverfassungsgericht das auch so anerkannt hat.

Critical error in central area of reason

Gutartige Bakterien wurden am dritten Tag erschaffen, Krankheitserreger nach dem Sündenfall.

Ich würde gerne über so etwas lachen. Laut und heftig. Kann ich aber leider nicht, weil ich sehen muss, dass Menschen, die so argumentieren, immer mehr Anhänger finden und im zur Zeit mächtigsten Land dieser Welt mehr und mehr als Wissenschaftler akzeptiert werden.

Nun fragen Kreationisten oft danach, warum die Wissenschaft der Evolutionstheorie besser sei als ihre Vorstellung. Die Antwort ist einfach: Weil sie scheitert.

Fakt ist, die Evolutionstheorie kann zwar untermauert werden und es können viele stichhaltige Hinweise auf ihre Korrektheit gefunden werden. Ihre endgültige Korrektheit kann jedoch niemand beweisen. Noch schlimmer sieht es in dem Bereich aus, mit dem ich täglich zu tun habe. In der Physik der kleinsten Teilchen existieren nur noch abstrakte Modelle, die versuchen, experimentelle Beobachtungen zu erklären. Das Standardmodell der Teilchenphysik ist fehlerhaft, auch das ist Fakt. Was danach kommt, weiß noch keiner genau.

Aber wenn ich die Wahl habe zwischen einem Konzept, das fehlbar ist und in Frage gestellt werden kann und möchte, das Scheitern und die daraus folgende Weiterentwicklung fördert, und einer Anschauung, die dogmatisch die Infragestellung verbietet, die ihre Lehren auf ein Buch stützt, welches von fehlbaren Menschen geschrieben und mehrfach (falsch) übersetzt wurde, was sollte ich dann wie jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch nach der Zeit der Aufklärung wählen?

Eben.

Tourette für Spießer

Die Gänsereiter ziehen gerade mit ihrem Umzug an unserem Haus vorbei. Dazu dröhnend lauter Mallorca-Apres-Ski-Schlagertechno. Musik für Tourettespießer. Da kommen dann so originelle Zeilen wie „Du Luder… Du Drecksau.“ oder „Finger in’ Po — Mexiko; Paris, Athen — Auf Wiederseh’n.“

Immerhin regnet es.