11 %

Ich gucke gerne Filme auf DVDs. Das Bild ist besser (als bei TV und VHS), der Ton sowieso. Ich kann die Dialoge in der viel authentischeren Originalfassung hören. Wann der Film anfängt und wann er unterbrochen wird, entscheide ich und auf Werbung (die im TV inzwischen sogar im laufenden Film eingeblendet wird) kann ich sowieso verzichten.

Da der Kauf von so vielen Filmen zu teuer wäre und ich für lokale Videotheken zu lauffaul und unzuverlässig wäre, so dass die Leihgebühren am Ende die Kauf-DVD doch attraktiver erscheinen ließen, habe ich ein DVD-Abo bei Amango. Das Prinzip von Amango (und auch weiteren Anbietern mit ähnlichen Konzepten) ist einfach. Gegen eine monatliche Gebühr bekomme ich einen Film aus einer Wunschliste zugeschickt. Den kann ich so lange behalten, wie ich will. Schicke ich ihn zurück, bekomme ich kurz darauf eine neue DVD.

Klappt auch wunderbar, nur das „kurz darauf“ ist irgendwie etwas problematisch in letzter Zeit. Einige DVDs brauchen verdächtig lange, bis sie offiziell bei Amango wieder angekommen sind. Bei manchen verschwinden die DVDs sogar scheinbar vollständig. In solchen Fällen erfahre ich dann (nach einer Beschwerde) von Amango, dass die DVD nicht bei ihnen eingetroffen sei und man einen Nachforschungsauftrag bei der Post stellen werde. Bis dann die nächste DVD verschickt wird, vergeht oft zusätzlich Zeit, so dass ich in einem solchen Fall 1,5 bis 2 Wochen keine neuen DVDs bekomme.

Komisch. Denn die Post behauptet, dass 95,6 % der Briefe, die ich hier vor der letzten Leerung einwerfe auch am nächsten Werkag beim Empfänger sind. Die Quote für zwei Tage liegt, wenn ich mich richtig erinnere bei irgendwas über 99,9 %, aber da finde ich gerade keine Zahlen. Verschollene Sendungen werden wohl nicht in die Rechnung eingehen, die Quote sollte aber deutlich besser sein.

Tatsächlich habe ich über die letzten 27 Leih-DVDs Buch geführt. Drei mal musste ich mich nach einer Woche* beschweren, dass keine neuen DVDs kommen. Das sind 11 %! Das finde ich etwas viel. Ich traue der Deutschen Post viel zu, aber für so unfähig halte ich sie dann auch nicht.

Die Annahme wäre also, dass man bei Amango mit dem Begriff Zuverlässigkeit etwas kreativer umgeht. Aber da ich sowas nicht beweisen kann, würde ich das natürlich auch nicht behaupten. Immerhin werde ich mir demnächst mal die Angebote der Konkurrenz anschauen. Bei entsprechender Zuverlässigkeit dürfen die dann auch gerne 11 % teurer als Amango sein.

* Erst dann nimmt man solche Beschwerden an, da Amango argumentiert, dass eine Sendung durchaus in Einzelfällen bis zu eine Woche unterwegs sei.

0 Antworten zu “11 %”


  1. Keine Kommentare

Eine Antwort hinterlassen