Archiv für Mai, 2007
Nachdem ich gestern darauf aufmerksam wurde, dass jemand bei eBay eine Artikelbeschreibung und ein Artikelfoto von mir geklaut hatte, um damit seine eigene Auktion ohne eigene Arbeit einzustellen, hatte ich neben dem Verkäufer auch eBay kontaktiert. Ich erklärte beiden, dass ich an diesem Bild das Urheberrecht habe und forderte dazu auf, mein Foto aus der Artikelbeschreibung zu löschen.
Was kam von eBay als Antwort? Ein Textbaustein. Gut, das ist nicht ungewöhnlich. Viele Unternehmen, die am Service sparen, verschicken solche Textbausteine, um sich Kunden bzw. Beschwerden möglichst vom Hals zu halten. Aber meistens ist es doch so, dass der Textbaustein immerhin zum Inhalt der eigenen Mail passt. Nicht so bei eBay:
Guten Tag,
vielen Dank fuer Ihre Nachricht. Sie haben uns geschrieben, weil Sie
wissen moechten, ob fremde Bilder oder Beschreibungen in eBay-Angeboten
genutzt werden koennen.
Nö, hab ich nicht. Ich weiß, dass man das nicht darf. Ich bin der jenige, dessen Bilder jemand in seinen eBay-Angeboten genutzt hat und der will, dass das aufhört. Darauf folgen ein paar Hinweise. Absurderweise genau die Hinweise, die man sowieso zwangsweise auf der eBay-Seite angezeigt bekommt, wenn man sich dort über eine solchen Bilderklau beschweren will. Sagt mal, liebe Leute bei eBay, haltet ihr mich für doof?
Interessant ist auch, was die eBay-Hilfe zum Thema zu sagen hat:
Wenn Sie feststellen, dass ein anderes eBay-Mitglied Ihre selbst erstellten Bilder verwendet, empfehlen wir Ihnen, mit diesem Mitglied in Kontakt zu treten. Weisen Sie das Mitglied darauf hin, dass Ihre Bilder ohne Ihre Erlaubnis benutzt wurden. In den meisten Fällen sind die Mitglieder sofort bereit, das Angebot zu beenden oder das Bild zu entfernen, sofern Ihnen das möglich ist und die Beanstandung zu Recht erfolgt.
Ist das nicht der Fall, haben Sie die Möglichkeit, rechtlich gegen das Mitglied vorzugehen. […]
eBay […] muss sich aus der diesbezüglichen Auseinandersetzung heraushalten.
Ist erst mal gar nicht so falsch. Ich bin kein Jurist, glaube aber trotzdem, dass man es sich hier etwas zu einfach macht. Denn eine Urheberrechtsverletzung ist strafbar und rechtswidrig. Außerdem gibt es in Deutschland das Konzept der Störerhaftung. Das heißt anschaulich im Internet (in meiner Laieninterpretation): Jemand, der auf seinen Seiten eine Rechtswidrigkeit möglich macht (aber diese selber nicht begeht), haftet für diese Rechtswidrigkeit, sobald er davon in Kenntnis gesetzt wird. Das wurde auch schon in anders gelagerten Fällen bestätigt.
Und dass ich der Urheber am verwendeten Foto bin, kann ich leicht beweisen. Denn nur ich besitze das Bild in Originalauflösung samt aller EXIF-Daten auf meinem Computer. Hab ich eBay auch geschrieben.
Aber mal wieder schön zu sehen, wie sehr eBay versucht, sich aus allem raus zu halten. Die Provisionen und Gebühren streicht man gerne ein, aber für das, was auf der eigenen Plattform passiert, will man natürlich nicht verantwortlich sein. Und wenn überhaupt, dann verfolgt man die Interessen der Verkäufer. Die zahlen immerhin die Gebühren.
Der andere Verkäufer hat mir übrigens nicht geantwortet, dafür aber seine Auktion vor regulärem Ende abgebrochen.
Gerade hat man sein Handy bei eBay versteigert, da findet man plötzlich eine Auktion mit exakt gleichem Foto und identischer Artikelbeschreibung (diese ist nur in kleinen Details abweichend vom Original). So kann man sich das Einstellen von Artikeln natürlich besonders einfach machen.
Allerdings nimmt nun der Käufer an, ich sei ein Betrüger und würde den selben Artikel mehrfach versteigern. Diese Reaktion ist verständlich und führt dazu, dass ich jetzt neben der sowieso dreisten Verwendung meiner Arbeit ohne jede Form der Nachfrage gar nicht mehr amused bin.
Eigentlich wollte ich schon eher darüber berichten:
Ja, das ist unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, gewählt vom deutschen Volk.
Ich weiß nicht, was ich dazu schreiben soll. Es erschüttert mich, so etwas von unserer Regierungschefin zu hören. Der vielleicht mächtigsten Person dieses Landes. Es erschreckt mich, dass Überwachung nicht mal mehr unter dem Deckmantel des gefährlichen Terrorismus oder der abscheulichen Kinderpornographie gefordert wird, sondern als Argumente weggeworfener Müll und Falschparken reichen.
Und ich kann nicht glauben, dass solche Äußerungen auch noch mit Applaus kommentiert werden. Dieses Land macht mir Angst.
Man darf nicht sagen, „Ach, das ist doch nicht so schlimm.“ Hier ein bisschen was weggescmissen und dort einen angerempelt. Hier mal auf dem Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt.
Immer so unter dem Motto: „Ist alles nicht schlimm.“ Ist alles nicht nach dem Gesetz und wer einmal Gesetzesübertretungen duldet, der kann anschließend nicht mehr begründen, warum es irgendwann schlimm wird und irgendwann nicht so schlimm ist. Deshalb: Null Toleranz bei innerer Sicherheit, meine Damen und Herren.
Applaus.
Ernsthaft, ich weiß nicht, was ich dazu schreiben soll. Nichtmal, wo ich anfangen sollte. Ich kann nur fassungslos den Kopf schütteln.
Mehr dazu hier, hier, hier und hier. Und der Film, aus dem die Szene stammt.
- Nerdcore - Frostamöpse
Sehr selbstironischer und lustiger Werbespot von Frosta.
Ich habe meinen Notebook-Arbeitsspeicher erweitert und verkaufe daher meinen alten Speicher (2 x 512 MB) bei eBay. Falls noch jemand mein altes Handy haben will, dann kann er es auch dort finden.
Warum gibt es solche Kampagnen nicht bei uns?
(Achtung, das Video ist nichts für schwache Nerven.)
(via Nerdcore)
ich weiß, euch geht es dreckig. Kaum einer will noch ins Kino. Die bösen Raubkopierer machen euch das Geschäft kaputt.
Und ich hab mich ja damit abgefunden, dass Kinokarten heutzutage zwischen 6 € und 8 € kosten, auch wenn ich nicht verstehe, wieso das so sein muss und wie in den letzten Jahren Teuerungsraten von überschlagenen 11 % (pro Jahr!) zustande kommen. Benzinpreise schaffen nicht mal die Hälfte davon.
Und nein, eine Tüte Popcorn für 5-6 € halte ich nicht für überteuert. Wenn ein Liter Cola rund 6 mal so viel wie im Laden kostet, dann hat das auch sicher seine Berechtigung. Gut, ich kaufe mir dann neben der Kinokarte einfach nichts mehr im Kino. Ist ja eh ungesund.
Aber warum zum Teufel soll ich für eine Kartenvorbestellung per Internet nochmal pro Karte 0,50 € drauf zahlen? Eine Kartenvorbestellung, bei der ich per Internet meine Plätze wähle und an einem Automaten meine Karten abhole. Ich kann ins Kino gehen, ohne dass auch nur einer eurer Mitarbeiter mit mir sprechen muss. Die Buchung und Abholung läuft völlig automatisch.
Also, wozu der Aufpreis? Langweilen sich die freigewordenen Hotline- und Kassenmitarbeiter sonst und ihr kauft ihnen vom Aufpreis Spielsachen? Wollt ihr mir erzählen, dass vier Automaten und ein Online-Buchungssystem in einem der größten Kinos Deutschlands so viel mehr kostet? Oder sind es die Transaktionsgebühren, die sich bei einer Lastschriftabbuchung so im Bereich von 0,10 € pro Buchung bewegen dürften? Mal ernsthaft, was kostet euch die Bereitstellung von Wechselgeld, das Nachzählen des Hartgeldes in den Kassen und die Abholung von selbigem durch einen Geldtransporter? Alles Kosten die bei bargeldloser Transaktion nicht anfallen. Es ist kein Wunder, dass man allerorts mit Karte bezahlen kann. Die Läden profitieren von bargeldloser Bezahlung.
Und warum wird nicht pauschal pro Buchung berechnet, sondern unfair pro Karte? Soll ich euch glauben, dass euch tatsächlich 2 € Mehraufwand anfällt, wenn ich für einen Kinobesuch mit vier Personen eure Online-Buchung nutze?
Ihr wollt doch, dass ich zu euch ins Kino komme, oder nicht? Und für euch kann es doch nur von Vorteil sein, schon heute und nicht erst morgen abend kurz vor der Vorstellung zu wissen, dass ich Spider-Man 3 sehen will. Also, warum werft ihr mir als entschlossenem Kunden dann Steine in den Weg?
So lange ihr mit so hohen Preisen und derart kundenunfreundlichem Service kundenunfreundlichen Schikanen weiterhin wirftschaftlich überleben könnt, kann es euch noch gar nicht dreckig genug gehen.
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“Selbst unter CDU-Wählern dürfte Helmut Kohl nicht als charismatisch gegolten haben. […] Wie hat er es trotz dieser Handicaps geschafft, eine […] beispiellose Karriere zu machen? Nun, die Erfindung Helmut Kohls war das Werk gewiefter Strategen.”
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“Wer sich freiwillig umzäunt, hat böse Absichten oder ein schlechtes Gewissen…” - uninformation.org über den G8-Gipfel in Heiligendamm.
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“Roland Seim über die Gemeinsamkeiten von Games und verbotenen Büchern und Filmen sowie den Hang der Deutschen, nach dem Staat zu rufen, wenn ihnen etwas nicht gefällt.”
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Wir kennen ihn als anständigen Innenminister. Doch selbst er hat etwas zu verbergen. Nicht nur ich finde das ziemlich bigott.
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