Archiv für April, 2007Seite 3 von 4



Silikonglasur

Am Donnerstag Backmischung für Zitronenkuchen vom großen Lebensmitteldiscounter mitgebracht. War im Angebot. Da macht man nix falsch.

Der Kuchen ging auch prima. Nur die Glasur war seltsam. Beim Anrühren nach einigen Schwierigkeiten noch unauffällig, bekam diese beim Antrocknen eine extrem seltsame, klebrig-glibberige Konsistenz. Vom Gefühl her irgendwo zwischen Gummi, Kleister, Badsilikon und Popel. Rein geschmacklich schon nicht lecker, aber mit der Konsistenz nur noch ekelig.

Immerhin ließ sich die Glasur dadurch problemlos vom Kuchen abziehen. Glück im Unglück.

Link: sevenload.com

Die neue Glasur habe ich dann mit Puderzucker und Zitronensaft lieber ganz alleine gemacht. Jetzt schmeckt’s lecker.

Links vom 7.4.2007

Bremsklötze abschaffen

Die FDP gehört zu den Parteien, mit denen ich am wenigsten anfangen kann. Und doch gibt es in der FDP Menschen, die mir in gewissen Punkten näher sind, als viele andere Politiker. Burkhard Hirsch z.B. Er schreibt in der Süddeutschen Zeitung:

Unsere Bürgerrechte sind kein lästiger Bremsklotz, sondern der Kern unserer Rechtsordnung. Die Stärke eines Staates besteht nicht darin, dass der Bürger ihn fürchtet, sondern dass er ihn als seinen Staat begreift und darum bereit ist, in ihm Verantwortung zu übernehmen und ihn zu verteidigen. Niemand wird einen Staat achten und verteidigen, der ihn als potentiellen Straftäter behandelt. Wir, die wir so denken, lassen uns nicht als liberale Restposten aus diesem Staat von denen herausdrängen, die ihre Sicherheit mit unserer Freiheit bezahlen wollen. „Man bekämpft die Feinde des Rechtsstaats nicht mit dessen Abbau, und man verteidigt die Freiheit nicht mit deren Einschränkung“, hieß es in einem Aufruf der Humanistischen Union von 1978. So ist es, und so bleibt es.

Word.

Links vom 6.4.2007

Links vom 5.4.2007

Was ich echt überhaupt nicht mehr abkann…

…sind diese unglaublich lächerlichen, blinkenden Lichttunnel, die in TV-Nachrichten immer dann gezeigt werden, sobald das Thema irgendwas mit Online oder Internet zu tun hat. Gibts da keine passenderen Bilder? Oder glaubt tatsächlich noch irgendjemand, das da in diesem Ding namens Internet, blaue Kugeln durch gelbe Tunnel fliegen und dabei hin und wieder einzelne elektronische Bauteile passieren?

Ich habe Angst

Nicht vor dem immer wieder hochdramatisierten Terrorismus, sondern vor paranoiden und anständigen Law-and-Order-Innenministern.

Wozu Sicherheitsbehörden übrigens u.a. gut sind, zeigt dieser Artikel.

Links vom 4.4.2007

Nicht auflegen?

In den letzten Tagen habe ich auf unterschiedlichem Wege zwei Artikel gelesen, die sich mit dem Thema Telefonmarketing beschäftigen. Einmal bei Heise, und einmal über das law blog bei der FAZ (sehr interessant).

Wie man weiß, gibt es im Bereich Telefonmarketing viele unsaubere Unternehmen, die rechtswidrig anrufen, lügen und einem Dinge anquatschen, die man gar nicht haben will. Schlimmer noch, gibt es sogar jene, die für den Angerufenen ohne dessen Einverständnis einen Vertrag abschließen. Meine ersten Assoziation beim Begriff Telefonmarketing sind jedenfalls „Betrug“ und „Drücker“.

Aber natürlich gibt es unter den schwarzen Schafen auch ehrliche Telefonverkäufer (s. Heise):

Anrufe seien ein sinnvolles Instrument, meint Patrick Tapp, Inhaber einer Agentur in Frankfurt und im Deutschen Direktmarketing Verband DDV für Verbraucherdialog zuständig: “Wir sind eine kommunikative und mobile Gesellschaft, da passt Telefonmarketing sehr gut in die Zeit.” Firmen könnten ihre Kunden auf diese Weise sehr schnell über neue Angebote informieren, sofort Fragen beantworten und bei Bedarf Aufträge annehmen.

All das habe nichts mit Belästigung zu tun, solange die Regeln eingehalten würden, sagt Tapp.

Hm. Nur leider gibt es diese schwarzen Schafe. In Mengen. Bei einem Telefonanruf mit unterdrückter Rufnummernübermittlung kann man nicht erkennen, ob der Anrufer, der sich gerade als Mitarbeiter der Telekom ausgibt, wirklich bei dieser arbeitet. Man kann das Gespräch im Normalfall nicht aufzeichnen (von der fragwürdigen Beweiskraft einer Aufnahme mal abgesehen) und in der Regel auf die Schnelle auch keine Zeugen finden.

Daher kann die richtige Einstellung bei einem Cold Call nur sein, vom Schlimmstmöglichen auszugehen: Der vermeintliche Telekom-Mitarbeiter arbeitet für eine Firma, die davon lebt, auf Provisionsbasis Anschlüsse eines Telekom-Konkurrenten zu verkaufen. Da er selber nur nach Erfolg bezahlt wird, wird er jedes Wort, was im entferntesten als Zustimmung (wofür auch immer) gewertet werden kann, als „Ja, ich will ihren Vertrag!“ annehmen. Selbst ein „Schicken Sie mir ein schriftliches Angebot“ ist nicht sicher, wie man bei der FAZ lesen kann.

Also bleiben als Reaktion nur die Trillerpfeife, unflätige Beleidigungen, ein lautes „NEIN! NEIN! ICH WILL DAS NICHT!“ oder am einfachsten das kommentarlose Auflegen. Alles andere ist schon fast fahrlässig.

Aber sind es nur die schwarzen Schafe? Wäre Telefonmarketing okay, wenn alle Anbieter sauber wären?

Ich kann es mir nicht vorstellen. Denn bei jedem Telefonmarketinganruf geht es darum, dem Angerufenen etwas zu verkaufen. Dabei geht es um Zahlen und Fakten und immer um Geld. Ich glaube, dass gesprochene Sprache eine der besten Kommunikationsformen überhaupt ist. Zum Berichten von Ereignissen, zum Erzählen von Geschichten und für vieles mehr. Aber nicht, um Zahlen, Verhältnisse, Zusammenhänge, Einsparmöglichkeiten und vor allem Kosten zu vermitteln und erfassen. Dafür eignet sich die Schrift zig mal besser. Das weiß jeder, der schonmal versucht hat, am Telefon eine Berechnung zu diskutieren.

Dazu kommt der psychische Druck. Man wird völlig unvorbereitet angerufen und hat nur einen extrem kurzen Augenblick Zeit, um zu verarbeiten, worum es überhaupt geht. Keine Zeit, sich vorher einen Überblick zu verschaffen oder mit Angeboten anderer Anbieter zu vergleichen. Gleichzeitig fühlt man sich dem Anrufer verpflichtet, ihn nicht zu lange warten zu lassen. Das ist natürlich Quatsch, dürfte aber bei jedem mehr oder weniger ausgeprägt sein (bei älteren Menschen garantiert sehr viel stärker). Bei einem normalen Einkauf bzw. Vertragsabschluss verhielte man sich völlig entgegengesetzt.

Ich kann im Telefonmarketing beim besten Willen keinen Vorteil für den Kunden erkennen. Ganz im Gegenteil. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Also, Argumente anyone?

EMI verkauft DRM-freie Musik

Man hat sowas ja förmlich kommen sehen. Das große Musiklabel EMI hat gestern zusammen mit Steve Jobs von Apple bekannt gegeben, dass man in Zukunft die eigene Musik online auch ohne Kopierschutz bzw. DRM anbieten werde.

Noch dazu werden diese Songs in besserer Qualität bereitgestellt. Einziger Wermutstropfen ist der Preis. DRM-freie Songs kosten nicht wie üblich 0,99 €, sondern schlagen mit 1,29 € pro Song zu Buche. Komplette Alben sollen aber weiterhin für pauschal 9,99 € erhältlich sein.

Bemerkenswert finde ich jedoch, dass man die Songs sogar ohne digitale Wasserzeichen anbieten will. Letztere erlauben eine Zuordnung der individuellen Datei zum Käufer. Sowas ist für die Plattenfirmen nützlich, wenn es darum geht, Nutzer zu identifizieren, die ihre Songs illegal online anbieten.

Das wäre das erste Mal seit Napster, dass Musikkäufer nicht mehr als potentielle Raubkopierer angesehen und durch möglichst viele Kopierschutzmaßnahmen im Musikgenuss eingeschränkt und gegängelt werden. Endlich könnte man sich wie ein ernstgenommener Kunde fühlen.

Als Musikkäufer könnte ich online Musik kaufen, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich die Musik in 10 Jahren überhaupt noch abspielen kann. Ich könnte die Musik in beliebige Formate konvertieren, auf beliebig viele CDs brennen, auf beliebig viele Player laden. Und vor allem wäre die legale Privatkopie wieder möglich, so dass ich Freunden etwas von meiner Musik abgeben könnte, ohne mich damit strafbar zu machen.

Ich schreibe bewusst im Konjunktiv, da die anderen Labels noch folgen müssen. Ich hoffe, dass sich die Kehrtwende für EMI lohnt, damit die Musikindustrie nach Jahren endlich einsieht, dass Raubkopien niemals zu stoppen sein werden und die einzig erfolgreiche Strategie nur sein kann, ehrlichen Kunden ein möglichst attraktives und flexibles Angebot zu machen.

Vielleicht ist das der Anfang des Endes von DRM & Co. auch für Filme und andere Medien.