Archiv für März, 2007Seite 3 von 5



del.icio.us-Links vom 17.3.2007

Unverkrüppelte Kaufmusik, at last?

Na endlich kapieren sie es. Nachdem sich bereits Steve Jobs von Apple gegen DRM, also Kopierschutzknebel bei Musik, ausgesprochen hat, will man nun auch beim Konkurrenten Musikload die Musik lieber in offenen Formaten verkaufen, die auf allen Abspielgeräten laufen kann.

Anscheinend hat man endlich eingesehen, dass sowas die Kunden nur gängelt, Abspielprobleme bereitet und Raubkopien auch nicht verhindert (eher im Gegenteil). Jetzt ist nur die Frage, wann endlich die großen Major-Label erkennen, dass sie sich mit DRM keinen Gefallen tun und vernünftige Kaufmusik im Netz ermöglichen.

del.icio.us-Links vom 16.3.2007

StudiVZ: Jetzt wirklich mit Stasi

Der Rechtsanwalt Udo Vetter zieht gerade darüber her, dass man sich beim StudiVZ mittels neuer AGB das Recht herausnehmen will, seine Nutzer rechtswidrig zu bespitzeln und private Nachrichten zu lesen. Fernmeldegeheimnis? Was bedeutet das schon, wenn es darum geht, dass die wichtigen AGB eingehalten werden sollen?

Fantastisch. Das StudiVZ bleibt sich treu. Immer wenn man denkt, man habe gerade einen neuen Skandal, der alles bisherige in den Schatten stellt, kommt das StudiVZ kurz später mit etwas neuem, noch größerem und erschreckenderem. Müsste man mal eine Gesetzmäßigkeit raus machen.

Ach ja. Zu der Rechtmäßigkeit der Vertragsstrafen hat Herr Vetter auch noch weitere Anmerkungen. Bei StudiVZ meint man anscheinend, dass man da durch angeblichen Fettdruck irgendwas dran ändern könne, was Quatsch ist.

Nachtrag: Auch Jorg-Olaf Schäfers berichtet.

Mein Nerd Score

Hm…

I am nerdier than 86% of all people. Are you nerdier? Click here to find out!

Aber ich hab ihr zuerst in’s Gesicht geschaut!

(via Nerdcore, ohne s)

del.icio.us-Links vom 15.3.2007

Interessante Wortschöpfungen bei Pro Sieben

Gerade bei „Liebe isst… - Spezial“ gehört:

Choreofeen.

StudiVZ: Jetzt neu mit Vertragsstrafen

Bisher habe ich ja immer geschmunzelt, wenn jemand das StudiVZ als StasiVZ bezeichnet hat. Aber die Jungs sind ja immer wieder für eine Überraschung gut. Und so schaffen sie es, dass auch diese Bezeichnung immer passender wird.

Man hat bei StudiVZ neue Mitgliederknebel neue AGB eingeführt. Und die sind nicht ohne. Wer diese akzeptiert — und das ist der Fall, wenn man Mitglied bleiben möchte — erklärt sich damit einverstanden, dass StudiVZ ihn für irgendwelche Vergehen Vertragsstrafen zahlen lässt. Dazu muss man dann noch eine „vertragsstrafenbewehrte Unterlassungsverpflichtungserklärung“ abgeben. Und dafür reichen schon Kleinigkeiten wie eine doppelte Anmeldung oder falsche Angaben.

Sollte man gar einen „elektronischen Angriff“ auf das StudiVZ ausführen, sind läppische 6.000 € fällig. Und Stillschweigen.

Geht’s noch?

StudiVZ ist das Paradebeispiel für eine katastrophal unsichere Plattform. Ständig neue Sicherheitsskandale und Datenschutzprobleme. Und anstatt endlich mal das System wenigstens halbwegs sicher zu machen, will man denen auf die Finger hauen, die zur Aufdeckung dieser Probleme beitragen. So geht’s natürlich auch.

Details zu den Vertragsstrafen gibt’s bei Udo Vetter vom lawblog.

Wer jetzt noch freiwillig bei dem Laden mitmacht, der ist echt nur noch selber schuld.

(via fx3.org)

Von toten Hunden und Eileiterschwangerschaften

Heute hatte ich im Rahmen einer Anatomie-Nebenfachvorlesung einen Präparierkurs light. Light deshalb, weil wir Studenten nicht selber an den Leichen arbeiten durften, sondern ein Dozent an diesen alles mögliche demonstrierte. Und, weil die Leichen bereits vollständig präpariert waren. Also Haut und Fettgewebe weitgehend entfernt, Brustkorb aufgeschnitten, Muskeln teilweise abgelöst, Organe freigelegt, abgetrennt und teils aufgeschnitten usw.

Vorher muss aber erst der Raum gefunden werden. Und das ist, auf Grund des Umstandes, dass die Veranstaltung an der Ruhr-Uni Bochum stattfindet, gar nicht mal so einfach. Während die Anordnung der Gebäude in Bochum sehr einfach und klar ist, sieht es in den Gebäuden grauenhaft aus. Also irgendwie gibt es da wohl auch ein System, aber das ist nicht so wirklich zu durchschauen. Wer auch immer das verbrochen hat, entspricht dem Klischee eines deutschen Verwaltungsangestellten doch sehr gut.

Nach einigem Herumirren stehen wir vor einer Tür, hinter der der ausgemachte Treffpunkt sein muss. Dummerweise lässt die sich nicht von außen öffnen. Also nochmal zurück und wieder hin. Erst dann bemerke ich, dass es einen Türöffneknopf gibt. Drei Meter vor der Tür, zwei Meter links davon. Auf Kniehöhe.

Naja, auf sowas offensichtliches hätte man auch sofort kommen können.

Etwas später kommt dann der Dozent und führt uns in einen kleinen Präparationssaal. Sofort steigt der süßlich-stechende Formalingeruch in die Nase, was wenige Minuten später zu leichten Kopfschmerzen führt.

In der Mitte sind zwei Tische. Darauf zwei Leichen, komplett verdeckt von formalingetränkten, orangenen Tüchern. Der Dozent erzählt, wie die Leichen dahinkommen und das man sie mit Respekt behandle und so.

Kurz darauf enthüllt er die Leichen. Man sieht hauptsächlich Muskeln, teilweise Knochen. An den Händen und Füßen schrumpelige Haut. Die Farbe der Muskeln ist blass. Liegt wohl am Formaldehyd und am fehlenden Blut. Das Bild erinnert mich an Fernsehbilder aus der Körperwelten-Austellung (war ich nie drin). Nur alles etwas lose und auseinandergenommen.

Ich wundere mich, dass mir dieser Anblick so wenig ausmacht. Nicht, dass ich damit gerechnet hätte, dass mir schlecht wird. Aber dass ich so problemlos damit umgehen kann, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht liegt es an der Situation oder dem unnatürlichen Aussehen der Leichen. Ich weiß es nicht. Dem Burger und den Pommes geht es jedenfalls sehr gut.

Am Bauchnabel zeigt der Dozent, wie dick das subkutane Fettgewebe selbst bei normalgewichtigen Menschen ist. Danach Extremitäten und Muskeln. Am Knie erklärt er die Minisken und Bänder. Zwischendurch wird dem ersten Kommilitonen vom Formaldehyd so schlecht, dass er raus muss.

Es geht weiter mit Lunge und Herz. Jeder kennt bestimmt diese Anti-Raucherkampagne mit einem Bild von Raucher- und Nichtraucherlunge. Pustekuchen. Nichtraucherlunge. Trotzdem tiefschwarz. Normaler eingeatmeter Staub und Dreck, sagt der Dozent.

Dann holt er das Herz raus. Entspricht ganz gut meiner Größenvorstellung, auch wenn der Dozent behauptet, dass man sich das ja viel kleiner vorstelle. Dann stellt er die Frage, wieviele Kammern das Herz habe, und schaut dabei mich an.

Ich, halb perplex, dass er mich fragt, und halb perplex, dass er sowas fragt, antworte zögernd und fragend, weil ich nicht weiß, ob er mich meint oder ob er ernsthaft eine Antwort auf die leichte Frage erwartet:

Äh… Vier?

Darauf er:

Sind sie sich sicher? Na, das war ja nicht so souverän.

Äähh. Ja. Schon klar.

Anschließend macht er mit den Organen im Bauchraum weiter. Bei der Leber hätte ich tatsächlich nicht gedacht, dass die so riesig ist. Die einzelnen Scheiben sehen aus wie geschnittenes Brot. Magen, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Milz, Zwölffingerdarm, Dünndarm, Dickdarm, Nieren, Geschlechtsorgane.

Zwischendurch immer wieder Hinweise auf klinische Anwendungen und mögliche Erkrankungen und Verletzungen. Bei der Frau zeigt er an der Aorta ihre Arteriosklerose. Unschön.

Zwischenzeitlich fangen meine Augen an, ziemlich zu brennen.

Dann zeigt er noch einiges am Hals und erklärt, wie man mit einem Kugelschreiber einen Luftröhrenschnitt machen kann, falls man mal jemanden retten muss, der im Mundraum von einem Insekt gestochen wurde und auf dessen Stich allergisch reagiert. Praktisch.

Anschließend holt er Gehirne. Die hätte ich wiederum für größer gehalten. Er erklärt, was wo liegt und welche Aufgaben die einzelnen Bereiche erfüllen. Warum man bei Stößen am Hinterkopf Sterne sieht.

Nachdem dann die Informatiker und Statistiker (für die die Vorlesung eigentlich gedacht ist) keine Lust mehr haben, zeigt er uns Physikern zum Abschluss noch Gehirnschnitte und erzählt was von den Vorgängen im Gehirn beim Lernen.

Danach nach draußen und dort noch zusammen eine kleine Flasche Beck’s getrunken. Zu Hause dann den ekeligen Geruch abgeduscht.

Persönliche Filmempfehlungen bei MoviePilot

Generell stehe ich ja Communityseiten im Netz äußerst kritisch gegenüber. Merkt man, wenn man liest, wie ich über das StudiVZ denke, über dessen ständig wiederkehrende Pannen ich gar nicht mehr berichten mag.

Trotzdem möchte ich hier die Seite MoviePilot.de (momentan wohl sehr überlastet) vorstellen.

An sich nichts Neues, bestimmt gibt’s irgendwo auch schon eine Seite, die genau das schon viel besser macht. Auch das Prinzip ist alt und im Bereich der Musik schon auf vielen Seiten zu finden. Man bewertet Filme nach eigenem Geschmack. Eine Software dahinter kann nun an Hand der eigenen Bewertungen und der Bewertungen anderer Benutzer bei weiteren Filmen Prognosen abgeben. Wenn ein anderer Benutzer ähnliche Bewertungen abgibt, könnte es ja gut sein, dass ich seine Einschätzung bei mir unbekannten Filmen teile. Ziel ist, dass mir das Portal bei einem unbekannten Film vorher sagen kann, wie ich den finden werde.

Wie das statistisch funktioniert ist sicher äußerst interessant. Ich tippe mal, dass da Herr Bayes seine Finger im Spiel hat. Klar ist, dass das Verfahren je besser funktioniert, desto mehr Filme man selber bewertet hat. Wichtiger dürfte aber sein, dass vor allem viele weitere Benutzer noch viel mehr andere Filme bewertet haben.

Und damit die Benutzer besonders viele Bewertungen abgeben, hat man bei MoviePilot ein Levelsystem eingebaut, das an Charakteraufstiege in Rollenspielen erinnert. Nach einer bestimmten Anzahl an Bewertungen steigt man im Level auf und bekommt dadurch neue Funktionen freigeschaltet. Hört sich schon ein wenig pervers an.

Ich persönlich muss sagen, dass bei mir bereits nach wenigen Bewertungen die Prognosen für gesehene, aber noch nicht bewertete Filme schon erstaunlich gut waren. Vielleicht habe ich aber auch nur einen Mainstreamgeschmack, den viele andere Nutzer auch haben.

Ein interessanter Zeitvertreib ist die Seite allemal. Wer etwas ausführlicher darüber lesen möchte, kann das bei den fünf Filmfreunden tun.

(via Anke Gröner)