Advocacy (2) oder Warum ich lieber mit meinem Mac arbeite

Gerade musste ich was an meinem Windowsrechner machen. Beim Herunterfahren fiel mir auf, dass der Rechner schon wieder (inzwischen seit drei Tagen) meint, ich solle ihn ausschalten, damit er Updates installieren könne. Wenn das mehrfach kommt wird man stutzig.

Ich schalte ihn aus und starte erneut. Die Meldung kommt wieder. Na toll. Also die Windows-Update-Seite aufgerufen und manuell versucht, neue Updates zu installieren. Ein paar Fenster wechseln und am Ende kommt eine Meldung, die einem wohl irgendwie die installierten Updates auflistet:

Updates wurden nicht installiert

Okay, wunderbar. Jetzt ist das Update installiert und endlich Ruhe. Doch, moment. Da steht ja überall „nicht“. Ach, das ist eine Fehlermeldung? Sieht genauso wie die normale Bestätigung aus. Nur das „nicht“ ist anders. Na, das ist ja geschickt und sehr benutzerfreundlich gelöst.

Nicht nur, dass das Fenster nicht nach Fehlermeldung aussieht. Es enthält auch keinerlei Angaben zur Fehlerursache. Typisch Microsoft. Eine Fehlermeldung die nicht einmal den Hauch einer Information liefert. Wie soll man bitte so den Fehler beheben?

Daraufhin folgt eine Seite, die auch nicht mehr Informationen enthält, sondern dem Benutzer nur dreimal hintereinander in verschiedenen Sätzen erklärt, dass da irgendwas fehlgschlagen ist. Hier irgendwelche Ursachen oder wenigstens kryptische Fehlercodes? Fehlanzeige.

Die verlinkte Problembehandlung enthält genau 16 Artikel und ist ein Witz. Weiter gibt es noch einen Link zum Updateverlauf. Dort findet man immerhin den Fehlercode 0×8007F007 aber sonst auch nur sich immer wiederholende Hinweise, dass die Installation fehlgeschlagen sei.

Fragt man Google nach diesem Fehlercode, findet man zig Verweise auf einen Knowledge-Base-Artikel. Dort werden für das Symptom neun verschiedene Gründe und zehn Lösungsmöglichkeiten angeboten, die weitgehend unabhängig voneinander zu sein scheinen. Und die wievielte Lösungsmöglichkeit behebt das Problem?

Richtig, gar keine. Zwischenzeitlich während der gefühlten 100 Neustarts hat Windows dann nur mal behauptet, dass meine Windowsinstallation eine Fälschung sei. Sonst hat sich nichts geändert.

Ich habe nach mehr als einer Stunde rumfrickeln jetzt immer noch keinen blassen Schimmer, was da schief läuft und vor allem wie ich das Problem beheben kann.

Ich erwarte ja gar nicht, dass immer alles fehlerfrei und reibungslos abläuft. Bei so komplexer Software kann man Fehler nicht vermeiden. Aber ist es denn zu viel verlangt, dass einem diese Software dann wenigstens aussagekräftige Fehlermeldungen gibt? Ist es zu schwer, anstelle eines nichtssagenden Fehlercodes eine Angabe zu liefern, bei welcher Datei oder Aktion was schief lief?

Das würde bei der Fehlersuche enorm helfen. Und wenn man schon Fehlercodes ohne weitere Angabe nutzt, wie kann es dann sein, dass ein Knowledge-Base-Artikel zur Fehlerbehebung für zig verschiedene Ursachen noch mehr mögliche Lösungen präsentiert? Von denen keine hilft? Anscheinend ist so ein Fehlercode also dazu noch total unspezifisch und beliebig.

Liebe Leute von Microsoft! Ich verstehe ja, dass so ein Betriebssystem möglichst einfach zu bedienen sein soll. Und zu viele Details und Angaben dürften die meisten Anwender doch eher verwirren. Nicht jeder kann und will ein Betriebssystem wie Gentoo Linux haben.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, ihr spart an den komplett falschen Stellen. Oft benutzte Aktionen werden unnötig kompliziert gemacht, nur um einen Knopf mehr zu sparen. Andere, total unwichtige Funktionen sind immer präsent. Um im Explorer mit Ordnerleiste einen neuen Ordner zu erstellen, muss man zwei Menüs öffnen, wovon das zweite u.U. erst wesentlich verzögert öffnet. Sowas ist eine Standardaktion. Die brauche ich täglich.

Während man an manchen Stellen mit Informationen zugemüllt wird, erfährt man an anderen, wesentlich wichtigeren Stellen gar nichts. Wie bei den Fehlermeldungen von Windows Update.

Und genau deshalb arbeite ich lieber mit einem Mac. Weil ich hier z.B. einen neuen Ordner mit einem Tastendruck oder Mausklick erstellen kann. Weil die Bedienung so viel intuitiver und in sich stimmiger ist. Optionen sind nicht an zig verschiedenen Stellen verstreut, sondern in jeder Anwendung an der selben Stelle. Das ganze System ist leicht zu bedienen ohne dem Benutzer wichtige Aktionen vorzuenthalten.

Wer noch nie an einem Mac gearbeitet hat, wird das wohl nicht verstehen. Kann man auch nicht. Bevor ich selber einen Mac hatte, bin ich z.B. oft darüber hergezogen, dass eine Mac-Maus nur eine Taste hat. Nur eine Taste? Heute weiß ich, dass das kein Nachteil ist und der so oft durch den Kakao gezogene Satz „It’s not a bug, it’s a feature“ nicht immer ironisch gemeint sein muss.

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, der sollte sich diesen Artikel bei Johnny durchlesen. Ansonsten lasse ich mich gerne als Fanboy abstempeln.

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