Früher, als die Post noch eigene Mitarbeiter hatte…
Will man bei einer Direktbank, wie z.B. der comdirect, ein Konto eröffnen, muss diese die Identität des neuen Kunden überprüfen. Das macht man gerne über PostIdent. Dabei geht der Kunde mit speziellem Formular zur Post, wo die Daten des Personalausweises aufgenommen werden und zusammen mit dem Eröffnungsantrag zur Bank geschickt werden.
comdirect erklärt den Vorgang mit hübschen Bildchen und weist darauf hin, dass der ganze Vorgang kostenfrei sei:

Also schnell zum Kolonialwarenhändler an der Ecke, wo die nächste „PostAgentur“ ist. Dort arbeiten Edeka-Kassiererinnen an einem speziellen Schalter, um dort Post-Dienstleistungen zu verkaufen. Formular eingereicht, alles unterschrieben und dann zusammengezuckt:
So, ich bekomme dann 1,45 € für’s Porto von Ihnen!
Ich stutze und versuche der Frau an Hand der Piktogramme und des Hilfstextes zu erklären, dass ich nichts bezahlen soll. Am Wort „Antwortumschlag“ hängt sie sich auf.
Ja, aber Sie haben ja keinen Antwortumschlag. Also bekomme ich 1,45 € für’s Porto von Ihnen.
Auf die Frage, wie ich denn bei einem Antrag aus dem Internet einen Antwortumschlag ausdrucken solle, wusste Sie keine Antwort. Meine Frage, wozu denn der Umschlag vor ihr sei, auf dem dick „Antwort“ stand, wurde gar nicht mehr beantwortet.
Also storniert und zurück nach hause. Dort comdirect angerufen. Die Mitarbeiterin wusste erst nicht so recht weiter, konnte mir aber nach einer Rückfrage bestätigen, dass ich definitiv kein Porto oder sonstige Gebühren zu zahlen hätte. Das ginge eindeutig aus dem PostIdent-Formular und dem Vorgang hervor.
Vielleicht sollte die Post an Stelle von Kassiererinnen doch eher richtig ausgebildete Kräfte für den Kundenbereich wählen.
So, jetzt jetzt geht’s erstmal zur richtigen Post-Filiale. Mal sehen, wie fähig man dort ist.
Update: Bei der richtigen Post hat eine erschreckend freundliche Mitarbeiterin meine Identität bestätigt. Die Unterlagen gehen an comdirect. Und das alles ohne Antwortumschlag und Portokosten.
Naja, klingt für mich nach ner verpeilten Postangestellten, die einfach angep…. ist, auch noch die Post mitmachen zu müssen, wo doch die Schnibbelböhnchen noch ins Regal einsortiert werden müssen. Immer höflich bleiben ^-^
Ja, möglich. Aber die Frage ist ja, warum die Post solche Personen in ihrem Namen arbeiten lässt. Dass die Frau über jeden Vorgang informiert ist, verlange ich ja gar nicht.
Aber dann sollte man auch dazu stehen und im Zweifel die Mitarbeiterhotline anrufen und nachfragen, wie man es genau zu machen hat. Zumal auf dem PostIdent-Formular extra ein Hinweis für den MaV (Mitarbeiter Verkauf) steht, dass er sich bei Fragen an diese Hotline wenden soll.
Hatte eben ähnliche Probleme. Der MaV meiner Filiale konnte nicht akzeptieren, dass das kostenlos ist und verlangte 90 Cent für einen Antwortumschlag von mir (und weigerte sich, bei der Mitarbeiterhotline anzurufen). Warum ich vor zwei Wochen problemlos in der gleichen Filiale das gleiche Postident kostenlos machen konnte konnte der Mitarbeiter nicht erklären. Das zweite mal - diesmal mit dem Wisch von der Comdirect wie man vorzugehen hat - sagt mir der Mitarbeiter, dass das eine “etwas großmündige” Versprechnung meiner Wunschbank sein muss. Das dritte mal (die Post ist noch nur eine Gehminute von mir entfernt) nach Anruf bei der Bankhotline (”Dass das Postident kostenlos ist geht eindeutig aus dem Coupon hervor” und “den Mitarbeiter auf die Mitarbeiterhotline aufmerksam machen”) war ebenso erfolgslos.
Ich rufe bei der Post an (6 Cent pro Anruf und keine halbe Minute Warteschleife, kundenfreundlicher wäre nur nach Call-Back wo man nur seine eigene Telefonnummer eintippen muss). Dort schildere ich mein Problem, die Antwort lautet sofort: “Das muss eine PartnerFiliale sein!”. Filiale und Mitarbeiter interessierten die Hotlinemitarbeiterin sehr. Auf meine Frage wie ich jetzt verfahren solle (die “Information” an den Mitarbeiter durch den Vorgesetzten soll etwa 2-3 Tage benötigen) sagt man mir, ich könne es noch einmal probieren oder eine “richtige” Filiale besuchen (wobei die Post immer mehr Filialen umwandelt, obwohl sie scheinbar um die Qualitätsprobleme weiß…). Noch einmal in “meiner” Filiale, mit deutlichen und auf das Hotlinegespräch hinweisenden Worten (das Namennotieren beim dritten Besuch scheinte Wirkung zu haben) hatte der Mitarbeiter dann doch noch den (”normal” 90 Cent kostenden) Umschlag genommen, das Postident durchgeführt und gut war. Schade, dass ich die nächste Zeit wohl kein Postident mehr in der Filiale durchführen muss, mich hätte schon interessiert wie der Mitarbeiter nach der “Information” durch die Post die Idents bearbeitet…
PS: Zuletzt war dann gleichzeitig mit mir nochmals ein Kunde gekommen mit einem - ebenso Online ausgedruckten - Postidentcoupon. Die Mitarbeiterin am Nachbarschalter (die sich davor tunlichst aus den Gesprächen zwischen mir und dem Kollegen herausgehalten hatte) schien das dann auch ohne Nachfrage und 90-Cent-verlangens durchgeführt zu haben.