Archiv für November, 2006

Gut, dass ich mich nie zu StudiVZ hab überreden lassen

Eigentlich wollte ich schon eher darüber schreiben. Aber dann hab ich es gelassen und mir gedacht: Sei nicht so kleinlich. Kann man sich zwar drüber aufregen, aber muss ja jeder selber wissen, was er tut.

Aber jetzt frag ich mich echt, was als nächstes kommt.*

Es fing damit an, dass StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani in “Völkischer Beobachter“-Aufmachung im Netz zu einer Party einlud. Gut, das ist daneben. Und peinlich. Aber muss er ja selber wissen.

Dann tauchten Youtube-Videos von ihm auf, wo er u.A. eine Frau ein Chick (das offensichtlich unter Alkohol- und/oder Drogeneinfluss stand) auf der Toilette filmt. Oder ein Video, in dem er Frauen in der U-Bahn belästigt. Bleibt anzuzweifeln, ob er deren Erlaubnis zur Veröffentlichung hat. Das ist wirklich daneben. Und echt peinlich. Findet auch Johnny.

Macht ja nix. Nur weil der Typ anscheinend gestört seltsam bemitleidenswert ist, muss ja nicht unbedingt das Produkt an sich schlecht sein.

Dann tauchen immer wieder neue Sicherheitslücken auf, mit denen Nutzer an beliebige Daten anderer Nutzer kommen können, auch wenn diese als privat eingestellt sind und nur privilegierte Nutzer darauf Zugriff haben sollten (Heise berichtet). Nicht so schön, für all jene, die vom Schutz ihrer Daten ausgehen.

Die simpel auszunutzende Sicherheitslücke wird trotz oder gerade wegen ihres verheerenden Effekts mal schnell als Feature verkauft und das Vorhandensein eines Sicherheitsproblems geleugnet.

Spätestens hier wäre der Punkt, an dem mir meine Daten wichtiger wären und an dem ich meinen Account gekündigt hätte. Wenn ich denn einen hätte.

Ja und dann passiert diese Geschichte. Eine Gruppe von ca. 700 notgeilen perversen Männern versammelt sich, um unter Ausnutzung obiger Sicherheitslücke private Fotos weiblicher Mitglieder für alle Gruppenmitglieder (mit sexistischen Kommentaren versehen) zu veröffentlichen. Und dann verabredet man sich auch noch zur organisierten virtuellen sexuellen Massenbelästigung dieser Frauen.

Was kann StudiVZ dafür? Bis auf die Sicherheitslücke eigentlich nichts.

Wenn da nicht diese eine Mail eines StudiVZ-Mitarbeiters wäre. Irgendjemand außerhalb der Gruppe hat sich wohl über die öffentliche Gruppenbeschreibung beschwert. Und das ruft einen StudiVZ-Mitarbeiter auf den Plan.

Man könnte jetzt denken, der veranlasst die Löschung der Gruppe und stellt Inhalte für evtl. Strafverfolgungen sicher.

Pustekuchen. Stattdessen schreibt er:

[…] Zuerst, okay ich bin ein Mann - also erster Eindruck… Ne ernsthaft, die Inhalte deiner Gruppe sind absolut okay - es geht ja nur um einen Fotocontest und nicht um irgendwelche Beleidigungen, allerdings wirkt die Beschreibung der Gruppe (was ja nun mal das Einzige ist, was jemand sieht, der nicht in der Gruppe ist) doch sehr danach aus.

[…] Kannst du die Beschreibung […] abändern und diese - naja, sagen wir “pornographischen Elemente” - entfernen? Dann gibts wohl auch keine Probleme mehr.

[…] P.S.: Einer der [StudiVZ-]Gründer […] hätte gerne ne Einladung für die Gruppe… - ich würd mich dann da auch anschließen;-)

(siehe hier; alles in eckigen Klammern ist von mir)

Also da bleibt mir die Kinnlade stecken. Ein StudiVZ-Mitarbeiter und ein StudiVZ-Gründer wissen, was in dieser Gruppe geschieht. Aber anstatt etwas dagegen zu unternehmen, will man mitmachen. Die Behandlung der Beschwerde beschränkt man darauf, dass die Gruppenbeschreibung geändert wird. Anscheinend will man beim Stalking ungestört sein.

StudiVZ-Sprecher Bonow dazu:

Auf jedem Uni-Campus ist es normal, dass sich Studentinnen über Studenten und Studenten über Studentinnen unterhalten. So auch bei StudiVZ.

Is klar.

(gefunden beim Johnny; Skandal beim Don; vieles über StudiVZ hier)

* Update [27.11.2006]: Um auch diese Frage zu beantworten: Sowas und vielleicht sogar sowas (keine Ahnung, ob das stimmt). Das gibts echt nicht mehr. Der Laden hat massivste Sicherheitsprobleme und ein unmögliches Management. Von mir aus lass ich mich paranoid nennen, was Datenschutz angeht. Aber Entschuldigung, bei sowas wird mir übel.

Ähnlich sieht das auch Jörg-Olaf Schäfers:

Ich glaube, dass die Probleme im technischen (Bugs, Privacy Issues) und im organisatorischen (Mitarbeiter in Stalking-Gruppen, Nazi-Einladungen, Praktikanten auf Luftmatrazen etc) Bereich ihre Wurzeln tief in der Unternehmenskultur haben. Die schlanken Strukturen und das “einfach mal machen”, die man beim StudiVZ als kreatives Chaos zu kultivieren versucht, führen scheinbar zu Problemen, die bei einem klassischen Projektmanagement so wohl nicht auftreten würden.

Das kann man nicht einfach nachbessern, das ist ein strukturelles Problem und permanentes Pulverfass.

Och nö, nicht schon wieder…

War ja klar, dass wieder sowas kommt:

Auch der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach unterstützte den Vorstoß von Wiefelspütz: “Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass der 18-jährige Täter sich über einen längeren Zeitraum und intensiv mit so genannten Killerspielen beschäftigt hat, müsste der Gesetzgeber nun endlich handeln.”

Herr Bosbach, glauben Sie tatsächlich, dass ein Verbot von Killerspielen diese Tat verhindert hätte? Dieser militaristische und waffengeile Junge hat sich im Internet Waffen bestellt. Echte Waffen. Und das ist sowas von verboten. Der Typ hat diese Waffen offensichtlich bekommen.

Wie wollen Sie jemandem, der es schafft, echte Schusswaffen zu kaufen, den Zugang zu Killerspielen versperren?

Glauben Sie ernsthaft, ein Verbot von Killerspielen hätte seine sozialen Probleme verhindert oder ihn irgendwie davon abgehalten, diese Tat auszuüben? Glauben Sie, Spiele wie Counter-Strike sind die Ursache für das Handeln solcher Verlierer?

Auch ich bin müde.

Galileo enthüllt den wahren Grund des Geburtenrückgangs

Die absolut hochwertige Pro-Sieben-Infotainment-Sendung “Schwertransporte, Sprengungen, Kartoffelsalat”Galileo” hat gerade Unglaubliches enthüllt!

Viele deutsche Männer sind unfruchtbar und auch noch “selber schuld”. Denn sie quälen ihre Spermien durch zu viel Hitze. Zum Glück weiß Galileo immerhin, wie man sich vor der drohenden Impotenz schützen kann.

“Tabu” sind: Saunen, heiße Bäder, Sitzheizungen, Fahrradsättel und Hosen. Denn all das sind Spermakiller, die sofort die Hoffnung auf Nachwuchs zunichte machen.

Da helfen dann nur noch “Hodenkühler oder Pornos”. Gut zu wissen.

Öffentliche Petition gegen Wahlcomputer

Der Johnny hat mich gerade daran erinnert, dass ich eigentlich hier noch auf etwas hinweisen wollte. Es geht um die Geschichte mit den Wahlcomputern, über die ich hier schonmal geschrieben habe.

Kurz gesagt, Wahlcomputer sind unsicher und leicht manipulierbar (was in Holland bei baugleichen Geräten bereits demonstriert wurde). Sie verhindern eine nachträgliche Kontrolle der Wahl und bringen keine nennenswerten Vorteile, wobei sie aber deutlich teurer als die Papierwahl sind. Die örtlichen Wahlleiter missachten die Sicherheitsbestimmungen, wodurch eine Manipulation der Geräte noch leichter wird. Überprüfen, ob die Geräte manipluiert wurden oder nicht, können selbst versierte Wahlleiter nicht. Der wählende Bürger sowieso nicht.

Anstatt ein bewährtes und sicheres System zu nutzen, nutzt man eine Black Box, deren Funktion keiner überprüfen kann. Man nimmt für winzige Vorteile riesige Nachteile in Kauf.

Genau aus diesem Grund läuft gerade beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags eine Online-Petition gegen den Einsatz von Wahlcomputern. Der Berliner CCC hat eine Informationsseite eingerichtet. Die Petition gibt es hier (aus technischen Gründen musste sie in zwei Petitionen geteilt werden; die erste bzw. “alte” Petition ist hier).

Ich fordere jeden, der dies liest, dazu auf, sich auch dort einzutragen! Gute Gründe, zu unterschreiben, gibt es beim CCC.

Was in Fernsehshows echt überhaupt nicht geht

Mitklatschendes Publikum.

Alle Jahre wieder…

Aus der aktuellen Verspätungsanzeige Ankunfts-/Abfahrtseite der Bahn für den Hbf Essen:

Verspätungen bei der Bahn

Ach ja, es ist Herbst.

Babycontent

Babys kommen immer gut an. Besonders, wenn sie lustig sind. Wer braucht da noch Lachyoga?

Video bei YouTube direkt ansehen

(via Spreeblick)

Spammende Spamfilter

Was sind die zwei vielleicht wichtigsten Dinge, die man über E-Mail-Spam wissen sollte? Zunächst sollte man natürlich wissen, dass man umsomehr Spam bekommt, je häufiger man seine E-Mail-Adresse(n) irgendwo weitergibt. Ist klar.

Die in meinen Augen zweite wichtige Sache, die man wissen sollte, ist die, dass Spammer niemals eigene Absenderadressen angeben. Bei E-Mails Absenderadressen zu fälschen ist ein Kinderspiel. Das wissen auch Spammer, die angesichts ihrer illegalen Tätigkeiten dann doch lieber anonym bleiben.

Aktuelle Taktik der Spammer scheint es zu sein, existierende Domains zu suchen und Mails einfach mit Absender irgendwas@domain.tld zu verschicken. Früher war die Domain meistens sowas großes wie aol.com oder yahoo.com. Heutzutage gehen Spammer aber anscheinend eher dazu über, kleinere Domains zu wählen.

Wie z.B. flokru.org.

Ja, momentan schicken irgendwelche Spammer irgendwelchen Spam durch die Welt und tun so, als kämen die Mails von mir. Könnte mir egal sein, eigentlich sollten die geschädigten Empfänger wissen, dass die Mails nicht von mir sind. Aber erstens gibt es noch unglaublich viele naive Nutzer, die der Absenderadresse trauen und mich vermutlich nun für einen Spammer halten.

Und zweitens gibt es so üble Spamfilter wie z.B. Barracuda Spam Firewall (und weitere). Die filtern eingehende Nachrichten für ihre Kunden, um möglichst viel Spam auszusortieren oder zu löschen. Nur Aussortieren oder Löschen, wie jeder andere Spamfilter? Nein, die können noch etwas viel Tolleres. Die benachrichtigen auch den Absender, dass seine Nachricht als Spam aussortiert wurde.

Ich könnte mir kaum etwas Bescheuerteres vorstellen.

Die Frage ist, warum der Spamfilter das macht. Etwa um die Spammer zu benachrichtigen? Selbst wenn die Hersteller des Filters so naiv wären, an die Echtheit der Absenderangabe zu glauben, warum sollte das den Spammer interessieren?

Oder um Absender zu informieren, deren Mails fälschlicherweise als Spam aussortiert wurden? In meinen Augen gibt es für einen Spamfilter nichts katastrophaleres, als dass er Nicht-Spam als Spam aussortiert. Ein Filter, bei dem sowas passieren kann, ist nicht nur nutzlos, sondern schädlich. Ganz abgesehen davon sollte es nicht Aufgabe des Absenders sein, für eine korrekte Funktion des Empfänger-Spamfilters zu sorgen.

Demnach ist das Versenden dieser Benachrichtigungen totaler Quatsch. Entweder der Filter löscht den Spam oder er sortiert ihn zur manuellen Nachkontrolle aus. Je nachdem, ob der Nutzer dem Filter vertraut oder nicht.

Diese Spamfilter generieren für jede abgefangene Spam-E-Mail eine weitere, die dann jemand anderem zugeschickt wird. Der Kunde mit Filter wird von Spam befreit. Dafür werden viele unbeteiligte andere Nutzer des Internets mit genauso viel Spam belastet. Ob der Spam nun aus Werbung oder diesen Benachrichtigungen besteht, ist völlig egal. Löschen oder Filtern muss man sowas so oder so. Netto wird also das Spamaufkommen nicht verringert, sondern nur verschoben.

Und ich habe durch sowas noch mehr E-Mail-Traffic und Zeitaufwand. Das mag sich jetzt kleinlich anhören. Aber dann ist es auch kleinlich, sich über Spam generell zu beschweren oder Spamfilter einzusetzen.

Redesign, die Zweite und andere Neuerungen

Soo. Nach einigem Gebastel am Theme ist damit das Redesign fürs Erste abgeschlossen. Dazu habe ich gleichzeitig etwas aufgeräumt und umgebaut.

Außerdem gibt’s zwei Neuerungen, unabhängig vom neuen Design. Erstmal sind das die Anzeigen, die zunächst ganz rechts ihren Platz gefunden haben. Ja, dieses Blog wird ab sofort von Werbung verunstaltet. Blogs und Werbung ist ja sowieso ein recht kritisches Thema.

Wer jetzt glaubt, ich wolle oder könne mit meinem Blog Geld verdienen, der ist wohl reichlich naiv. Ich kann froh sein, wenn ich durch die Werbeeinblendungen wenigstens einen kleinen Teil der Hostingkosten für diese Seite wieder reinholen kann.

Verglichen mit anderen Blogs, die mit Werbung geradezu so zugepflastert sind, dass man den Inhalt zwischen der Werbung suchen muss, ist das hier wohl vergleichsweise harmlos. Ich hoffe, dass die Werbung nicht unangenehm stört!

Die zweite Neuerung findet sich ebenso rechts in der Seitenleiste und auch oben in der Kopfleiste: Die Fotos. Ich habe mich vor ein paar Tagen endlich mal bei Flickr angemeldet und ein paar Fotos hochgeladen. Bisher sind es erst sechs Fotos, aber in Zukunft werden sicherlich weitere folgen.

Glücklicherweise gibt es das WordPress-Plugin FAlbum, so dass ich diese Fotos nun direkt in meine Seite einbinden kann. Daher gibt es nun rechts in der Seitenleiste die zwei zuletzt hochgeladenen und zwei zufällig ausgewählte Bilder.

Über den Link oben in der Kopfleiste gelangt man zur Übersicht über alle meine Fotos und Alben. Kommentare zu den Bildern kann man leider nur bei Flickr direkt und nicht hier abgeben.

Kommentare, Meinungen und Kritik zum neuen Layout, der Werbung und zu den Fotoseiten ist - wie eigentlich immer - sehr erwünscht!

Redesign… *hust*

Wie man unschwer erkennen kann, sieht diese Seite seit heute abend anders aus. Seit ein paar Minuten werkelt hier das K2-Theme an Stelle des Standardthemes von WordPress. Ist alles noch nicht so wirklich fertig. Den Rest mache ich später. Grundsätzlich sollte aber alles funktionieren.