Der AStA der Uni Dortmund fragt in seinem neuesten Propagandablatt:

Tjaaa. Also. Was hat der Herr Tolan gesagt? Dass Leute, die gleichzeitig an den Olympiastützpunkten trainieren und daneben studieren, Spitzenleistungen bringen. Mehr nicht. Er hat nicht behauptet, dass andere Studenten keine Spitzenleistungen bringen.
Aber um die Frage des AStA aufzugreifen, nein die anderen “Studis” bringen keine Spitzenleistungen. Zumindest die meisten nicht. Wäre auch blöd, denn dann wären diese Spitzenleistungen ja keine Spitzenleistungen mehr. Sondern Durchschnitt.
Das heißt ja nicht, dass andere Studenten faul, dumm oder sonstwas sind. Hat Herr Tolan wohl auch nie behauptet. Aber Spitzenleistungen können immer nur von einer kleinen, elitären Gruppe gebracht werden. Das ist nunmal so.
A propos Spitzenleistungen, lieber AStA: Manchmal müssen es gar keine Spitzenleistungen sein. Manchmal würde es schon reichen, wenn man einfache Kenntnisse eines Fünft- oder Sechstklässlers besäße und die Interpunktionsregeln bei Nebensätzen beherrschte.
Man könnte jetzt an dieser Stelle aufhören. Oder man fragt sich, was den AStA so an dieser Aussage des Profs wurmt. Oder was die Wichtigtuer die engagierten Studentenvertreter gerade an Olympiastützpunktstudenten auszusetzen haben.
Die Leute, die von allen Respekt erwarten, dass sie sich neben dem Studium noch fürs Biertrinken im StuPa und fürs Verschwenden von Sozialbeiträgen behzahlen lassen sich neben einem vielleicht anstrengenden Studium noch für die Belange aller Studenten einsetzen.
Neidisch?
Etwas klarer wird das Ganze durch folgendes:
Interessant war noch, dass die AG gegen Studiengebühren einen Antrag durchgeboxed[sic!] hat, der die Unterstützung von Olympiasportlern wesentlich verringert. Ursprünglich sollten sie für die Dauer der Mitgliedschaft im Kader von Gebühren befreit werden, sie [die AG gegen Studiengebühren, Anm. flokru] wollten aber, dass die [Spitzensportler, Anm. flokru] normal Gebühren zahlen müssen.
Die AG gegen Studiengebühren, stärkste Kraft bei den StuPa-Wahlen, stellt AStA-Sprecher und -Stellvertreter.
Dann versteht man auch den Ursprung des kleinen Artikels im AStA-Blatt. Trotz allem verstehe ich nicht, warum die AG gegen Studiengebühren so gegen Vergünstigungen für Olympiasportler ist. Eine Liste, deren Ziel es ist, Studiengebühren zu verhindern, drängt diese anderen Studenten geradezu auf.
Man könnte meinen, Studenten in Olympiastützpunkten würden durch den Sport viel Geld verdienen, mit dem man Studiengebühren locker bezahlen kann. Das mag im Fußball noch zutreffen, ist aber in anderen Sportarten wohl alles andere als wahr. Viele Sportler können froh sein, dass sie Ausrüstung und Reisekosten bezahlt bekommen. Andere bekommen vielleicht eine kleine monatliche Aufwandsentschädigung im unteren dreistelligen Eurobereich.
Andererseits ist der Sport das Hobby dieser Leute. Privatsache also. Selber schuld, wenn dadurch das Studium anstrengender wird und länger dauert. Können die ja auch sein lassen. Man kann jetzt über den Sinn oder Unsinn von Spitzensportförderung diskutieren. Oder darüber, ob diese Förderung Geldverschwendung ist und ob Spitzensportler für unsere Gesellschaft und unser Land einen “Nutzen” bringen (wie unwichtig sportliche Erfolge sind, sah man ja während der WM). Muss man aber nicht, das darf jeder gerne so sehen, wie er will.
Dann sollen aber auch Studenten mit AStA-Aufgaben oder Studenten mit Kindern volle Studiengebühren bezahlen. Letztere müssen nämlich gar keine Studiengebühren bezahlen. Das steht im AStA-Blatt genau unter der obigen Meldung.
Wer im AStA arbeitet oder Kinder hat, hat es sicher schwer im Studium. Aber: So what? Dann soll man es halt nicht machen oder keine Schreihälse in die Welt setzen, wenn man ansonsten sein Studium nicht mehr geregelt bekommt. Vielleicht sollte man sich vorher überlegen, welche zeitraubenden “Hobbys” man sich zulegt. Selber Schuld!
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