Frontal21, Google und das böse Internet

So langsam glaube ich, bei Frontal21 arbeiten nur Merkbefreite. Gerade dort einen Bericht über Rufmord im Internet gesehen. Wie man das von Frontal21 gewohnt ist, war der Tenor des Berichts total einseitig. Und natürlich gab es dort nur Opfer von Rufmord- und Verleumdungskampagnen zu sehen.

Was für Probleme die Störerhaftung und der daraus folgende Abmahnwahn gerade für Seitenbetreiber mit sich bringt, darauf wird natürlich gar nicht eingegangen (Grüße an Herrn Sigmar Gabriel). Was ist die Welt von Frontal21 doch schön. Warum auch differenziert berichten? Mal wieder das böse Internet gebasht. Sowas kommt doch viel besser.

Was mich aber tatsächlich zum Schreiben dieses Artikels veranlasst, ist etwas anderes.

Im Bericht kommt ein Rechtsanwalt von Google zu Wort. Dieser erklärt, dass Google gar keine Seiten, also auch keine Rechtsverstöße, aus dem Netz nehmen könne, obwohl das anscheinend von vielen so gesehen werde. Google könne lediglich das Auffinden über Google verhindern. Trotzdem wäre aber die Rechtsverletzung noch im Netz. So weit, so klar.

Und unmittelbar darauf berichtet Frontal21 über eine angeblich in den USA angewandte Praxis gegen Verleumdungskampagnen im Internet. Dabei könne der Verletzte sich bei Google beschweren. Google wiederum informiere dann den Seitenbetreiber. Und wenn der keine eidesstattliche Versicherung abgebe, dass das auf seiner Seite geschriebene rechtlich in Ordnung sei, werde die Seite vom Netz genommen, “und zwar komplett”.

Hallo, ihr da bei Frontal21? Merkt ihr noch was?

Update (20.9.2006): Das ZDF bietet im Netz auch das Manuskript zum Beitrag an. Wer sich also selber ein Bild machen möchte, kann dort den Beitrag “nachlesen”.

4 Antworten zu “Frontal21, Google und das böse Internet”


  1. 1 Michael Ebner

    Man vergleiche auch die Darstellung in der Sendung mit dem, was wirklich in der Warnung gestanden hat: http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=56125

  2. 2 flokru

    @Michael: Ich muss zugeben, ich habe nicht alles im Detail gelesen. Aber das, was ich gelesen habe, sieht wie ein Kleinkrieg zwischen zwei Geschäftsleuten in einem Forum aus. Da von Rufmord zu sprechen, wenn sich zwei gegenseitig mit Dreck bewerfen, ist wohl etwas übertrieben.

  3. 3 ker0zene

    Ich kann gar nicht glauben, das jemand wie Prof. Hoeren von der Uni Münster den im Manuskript gelieferten O-Ton abgegeben hat. Habe den Mann als hervorragenden Dozenten und Experten kennengelernt. Der Vorschlag, Google hier in eine Mittlerrolle zwischen den vermeintlich Denunzierten und dem Urheber vermeintlicher Denunzierungen zu hieven ist ja nun mal völliger Käse.

  1. 1 Mein Parteibuch
    Trackback am 20. Sep 2006 um 14:02

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