Archiv für August, 2006Seite 2 von 2



Dr. Oetker Intermezzo jetzt noch saftiger

Dr. Oetker bietet nicht nur vier veschiedene Pizzatypen zum Aufbacken im Backofen an, sondern auch diese lustigen kleinen Teigschiffchen namens Intermezzo. Ist quasi auch ne Pizza. Nur in zwei Teilen und die dann in Schiffchenform.

Als die Dinger rauskamen hab ich mir schon gedacht, dass das eine potentielle Kundenverarsche ist, indem man weniger zum normalen Pizzapreis verkauft. Genau aus dem Grund hatte ich damals mal das Gewicht der Schiffchen mit den normalen Ristorante-Pizzen verglichen.

Tatsächlich war das Gewicht der zwei Schiffchen nur etwas geringer als das einer normalen Pizza. Also eine akzeptable Alternative zur Tiefkühlpizza.

Gerade wollte ich mir wieder ein Intermezzo (d.h. für mich beide Schiffchen) machen. Allerdings wunderte mich beim Öffnen der Verpackung, warum die Dinger so winzig sind. Die waren so klein, dass ich fast die Packung nach einem Hinweis auf eine Mini-Variante abgesucht hätte.

Und dann vergleiche ich das Gewicht des Intermezzo mit dem einer Ristorante-Pizza. Pizza: 355 g (Pizza Tonno). Intermezzo: 250 g (Thunfisch-Sauerrahm). Das Intermezzo wiegt also fast 30% weniger als die Pizza. Bei annähernd gleichem Preis!

Dr. Oetker muss irgendwann zwischen meinem letztem Intermezzo (definitv schon einige Monate her) und heute die Dinger geschrumpft haben. Der Hinweis auf der Packung, dass die Teile nun “noch saftiger” seien, hätte mich stutzig machen sollen. Ich wußte nicht, dass Dr. Oetker damit den Preis meint.

Leider weiß ich nicht mehr, wie viel die Dinger damals gewogen haben, aber es war definitiv kein so krasser Unterschied. Bei Google ist die kleinste Gewichtsangabe für mein Intermezzo 315 g.

Ich glaube zwar, dass die früher mal noch schwerer waren, aber selbst diese Angabe entspräche einem Gewichtsverlust von fast 20% gegenüber vorher. Das finde ich schon etwas sehr unverschämt.

Ich soll also für zwei Teigschiffchen genauso viel wie für eine normale Ristorante-Pizza bezahlen und mich dann mit 30% weniger zufrieden geben? Für 250 g, die nichtmal satt machen?

Free-TV mit Gebühr

Keine Angst, ich habe nicht vor, jetzt nur noch von heise news zu berichten. Aber das muss ich trotzdem loswerden.

Laut heise wollen die RTL- und MTV-Gruppe ihre TV-Sender im kommenden “Astra Dolphin“-Angebot nur noch verschlüsselt anbieten. Wer das Programm sehen will braucht eine Smartcard, die eine monatliche Gebühr kostet.

Aha. Die Sender, die sich immer so groß als Free-TV bezeichnen und ihr Geld durch Werbeunterbrechungen verdienen, wollen von ihren Zuschauern Geld. Die Begründung liegt auf der Hand:

Astra argumentiert, dass die Sender ihre digitalen Programme mit einem kodierten Signal “vor Missbrauch schützen” könnten.

Ah, um Missbrauch geht es. Sender, die einzig und allein von der Zuschauerquote leben und um jeden Zuschauer froh sein sollten, fürchten Missbrauch. Missbrauch durch was? Durch Zuschauer?

Bin ich zu doof oder gibt es noch andere, die das total absurd und hirnrissig finden?

Der Klügere gibt nach - die Dummen siegen

Der Duden erlaubt den Deppenapostroph beim Genitiv. Sehr traurig.

Gefühlte Sicherheit

Die heise online news melden heute, dass 80 Prozent der deutschen Internetnutzer ihren Rechner für sicher halten. Selten eine so dämliche und bescheuerte Studie gesehen.

“80 Prozent der Befragten glauben, der Computer ist einigermaßen bis vollkommen sicher”, freute sich Jürgen Gallmann, Chef von Microsoft Deutschland

Na super. 80 Prozent der Deutschen glauben auch, dass sie tolle Autofahrer sind und (falls männlich), dass ihre Penislänge überdurchschnittlich ist.

Betrachtet man mal, wie oft Computernutzer total naiv auf irgendwelchen Internetseiten Zugangsdaten fürs Onlinebanking eingeben und sich dann einige Zeit später wundern, dass das eigene Konto auf einmal so leer ist, dann wundert mich das obige Ergebnis kein Stück.

Allerdings sind die 80 Prozent in meinen Augen kein Grund zur Freude. Ganz im Gegenteil. Das bloße Installieren irgendeiner Antivirensoftware und “Firewall” macht auf jeden Fall noch keine Sicherheit aus.

Das größte Sicherheitsproblem ist in den meisten Fällen nicht der Computer oder die Software. Das größte Sicherheitsproblem sitzt vor dem Computer und glaubt an die Sicherheit des eigenen Rechners, öffnet aber trotzdem gutgläubig jedes Attachment und gibt Informationen überall preis.

Sicherheit braucht kompetente Anwender. Kompetenz ist aber etwas, das ein Großteil der Computernutzer in Deutschland nicht hat.

Mal ehrlich: Wieviel Prozent der deutschen Internetnutzer können denn die Sicherheit eines Computers oder Netzwerks wirklich einschätzen? Ich würde mir eine solche Einschätzung jedenfalls nicht anmaßen.

Und wenn das mit der Kompetenz nicht klappt, dann ist wohl gesundes Misstrauen noch die beste Strategie. Misstrauen heißt, nicht zu glauben, dass die Mail mit dem lustigen Anhang vom Kollegen kommt, nur weil da sein Name drin steht. Nicht zu glauben, dass die Seite wirklich von der Postbank ist, nur weil da ein Postbank-Logo drauf ist.

Misstrauen heißt aber auch, nicht so naiv zu sein und anzunehmen, der eigene Rechner sei sicher.

In der Meldung heißt es weiter, dass 78% der Nutzer eine Firewall verwenden. In den wenigsten Fällen dürfte dabei eine richtige Firewall zum Einsatz kommen. Also ein System, das zwischen dem Rechner und dem Internet hängt und den Verkehr nach festen Regeln überwacht und regelt.

Wohl eher installiert der sicherheitsbewußte Anwender eine sogenannte “Personal Firewall” wie ZoneAlarm oder diesen Norton-Kram. Und was macht die? Bei jedem Verbindungsversuch irgendeines Programms erscheint ein buntes Fenster, das fragt, ob man die Verbindung zulassen oder verbieten möchte. Das nervt dann spätestens nach zwei Wochen so sehr, dass der durchschnittliche Benutzer ohne Überlegen jedesmal auf “Erlauben” klickt, weil sonst ja nachher das Programm nicht mehr funktioniert. Davon, dass wirkliche Angreifer diese Firewalls oft leicht umgehen bzw. deaktivieren können und die Dinger schon per se unsicher sind, wollen wir mal gar nicht reden.

Irgendwie habe ich den Eindruck, diese Studie dient eher dem unsympathischen Großkonzern aus Redmond. In den letzten Monaten und Jahren musste Windows viel Kritik einstecken. Und das nicht nur von Seiten der Computerpresse. Die kritisieren das schon so lange, wie es Windows gibt.

Nein, auch in der normalen Tagespresse, in den Nachrichten und im Fernsehen wurde oft von Sicherheitslücken bei Windows und von neuen Viren und Würmern berichtet. Microsoft musste klein beigeben und ankündigen, man wolle jetzt endlich mal mehr für ein sicheres Windows unternehmen.

Und jetzt kommt diese Studie der “Initiative D21“, wo zufällig der stellvertretende Vorsitzende auch Chef von Microsoft Deutschland ist. Sachen gibt’s. Und genau der Mann freut sich dann auch, wenn 80 Prozent der Internet-Nutzer in Deutschland ihren Rechner (in den meisten Fällen wohl Windowsrechner) für sicher halten. Ich kann verstehen, warum ihn das freut.

In diesem Sinne: Fühl dich sicher!