Im Zuge der jetzt bald aufkommenden Mobilfunkvertragsverlängerung beschäftige ich mich (mal wieder) mit dem Thema Telefonieren übers Internet (kurz VoIP für “Voice over IP”). Eigentlich ist das Thema VoIP inzwischen nichts neues mehr. Anbieter gibt es seit Jahren und seit Monaten bietet jeder Internetprovider seine Angebote zu VoIP-Tarifen mit Hilfe großer Marketingaktionen an. Man sollte meinen, dass die Technik nun seit Jahren der Erprobung zuverlässig funktioniert.
Als jemand, der das Genion-Handy mit Homezone als Festnetzalternative nutzt, sind die wirklich günstigen Verbindungspreise natürlich verlockend. Gerade bei Sonderrufnummern (0180x etc.) und Auslandsnummern, wo O2 gerne so richtig unverschämt zulangt.
Bei den Tarifen fängts aber schon an. Ich habe momentan drei VoIP-Provider (QSC, dus.net und GMX), die in bestimmten Situationen alle mal günstiger als die anderen beiden sind. Für sowas bietet sich eine Telefonanlage im Netz an, wie man sie bei PBXes einrichten kann. Dort kann man mehrere VoIP-Provider einstellen und über einen Zugang nutzen. Die Anlage ist quasi als Vermittler dazwischen und stellt sich dem VoIP-Endgerät wie ein normaler VoIP-Provider dar, verwaltet dahinter aber mehrere Verbindungen gleichzeitig. Über Wählregeln kann man dann einstellen, welche Nummer über welchen Provider geht.
Dann kauft man sich noch ein VoIP-fähiges Telefon oder Handy und kann über den eigenen Internetzugang VoIP voll ausnutzen, so als würde man ganz normal wie im Festnetz telefonieren.
Hört sich toll an? Dachte ich auch erst.
Bevor ich mir so ein echtes Telefon kaufe, hatte ich beabsichtigt, das Ganze erstmal gründlich mit einem Softphone am Rechner zu testen. Ein Softphone ist quasi ein VoIP-Telefon als Software, die über Kopfhörer/Headset den Computer zum Telefon macht. Ernüchternde Erkenntnis: Für Intel-Macs konnte ich genau ein Softphone finden, dass das übliche VoIP-Protokoll SIP unterstützt und nicht ständig abschmiert: Gizmo (bin für weitere Vorschläge sehr dankbar!).
Zunächst musste ich feststellen, dass die von QSC vergebene Rufnummer überhaupt nicht erreichbar ist. Egal, ob ich mich mit QSCs eigenem Softphone anmelde, welches aber sowieso nach wenigen Sekunden abschmiert, oder ob ich den Zugang in Gizmo oder PBXes einrichte. Abgehende Anrufe klappen nur mit PBXes.
Bei GMX kann ich gar nicht erst eine Rufnummer einrichten und somit das VoIP auch gar nicht testen. Das Webinterface zum Verwalten des Accounts bietet mir nur die Möglichkeit, eine vorhandene Festnetznummer nach GMX zu übertragen.
Bei dus.net klappt mit Gizmo alles bestens (zumindest meistens). Nur in PBXes ist die vergebene Nummer nicht erreichbar. Das Softphone klingelt zwar und man kann in der Software auch auf “Anruf annehmen” klicken. Nur auf der Gegenseite klingelt es munter weiter. Nicht die beste Ausgangssituation für ein Gespräch.
Neuerdings ist allerdings PBXes über Gizmo gar nicht mehr zu erreichen. Die Anmeldung bricht einfach ab. Und das, obwohl diese vor ca. 24 Stunden noch problemlos gelang und ich in der Zwischenzeit gar keine Möglichkeit gehabt hätte, etwas an der Konfiguration zu ändern. So viel zum Thema reproduzierbare Fehler.
Und jetzt soll ich mir tatsächlich ein richtiges Telefon für VoIP kaufen? Auf die Gefahr hin, dass auch damit alles schief geht? Nach meinen bisherigen Erfahrungen muss man ja damit rechnen. Und wenn man sich diverse Internetforen durchliest, wie zufrieden die Nutzer mit Nokias neuen WLAN-fähigen Handys sind, die auch VoIP-Telefonie unterstützen (sollen), dann macht mich das eher weniger zuversichtlich, um es noch einigermaßen positiv auszudrücken.
Momentan bin ich echt kurz davor, den ganzen Kram ad acta zu legen und mich in zwei Jahren nochmal damit zu befassen. Bei der nächsten Mobilfunkvertragsverlängerung.



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