Archiv für Juli, 2006

Ausgereifte Technik?

Im Zuge der jetzt bald aufkommenden Mobilfunkvertragsverlängerung beschäftige ich mich (mal wieder) mit dem Thema Telefonieren übers Internet (kurz VoIP für “Voice over IP”). Eigentlich ist das Thema VoIP inzwischen nichts neues mehr. Anbieter gibt es seit Jahren und seit Monaten bietet jeder Internetprovider seine Angebote zu VoIP-Tarifen mit Hilfe großer Marketingaktionen an. Man sollte meinen, dass die Technik nun seit Jahren der Erprobung zuverlässig funktioniert.

Als jemand, der das Genion-Handy mit Homezone als Festnetzalternative nutzt, sind die wirklich günstigen Verbindungspreise natürlich verlockend. Gerade bei Sonderrufnummern (0180x etc.) und Auslandsnummern, wo O2 gerne so richtig unverschämt zulangt.

Bei den Tarifen fängts aber schon an. Ich habe momentan drei VoIP-Provider (QSC, dus.net und GMX), die in bestimmten Situationen alle mal günstiger als die anderen beiden sind. Für sowas bietet sich eine Telefonanlage im Netz an, wie man sie bei PBXes einrichten kann. Dort kann man mehrere VoIP-Provider einstellen und über einen Zugang nutzen. Die Anlage ist quasi als Vermittler dazwischen und stellt sich dem VoIP-Endgerät wie ein normaler VoIP-Provider dar, verwaltet dahinter aber mehrere Verbindungen gleichzeitig. Über Wählregeln kann man dann einstellen, welche Nummer über welchen Provider geht.

Dann kauft man sich noch ein VoIP-fähiges Telefon oder Handy und kann über den eigenen Internetzugang VoIP voll ausnutzen, so als würde man ganz normal wie im Festnetz telefonieren.

Hört sich toll an? Dachte ich auch erst.

Bevor ich mir so ein echtes Telefon kaufe, hatte ich beabsichtigt, das Ganze erstmal gründlich mit einem Softphone am Rechner zu testen. Ein Softphone ist quasi ein VoIP-Telefon als Software, die über Kopfhörer/Headset den Computer zum Telefon macht. Ernüchternde Erkenntnis: Für Intel-Macs konnte ich genau ein Softphone finden, dass das übliche VoIP-Protokoll SIP unterstützt und nicht ständig abschmiert: Gizmo (bin für weitere Vorschläge sehr dankbar!).

Zunächst musste ich feststellen, dass die von QSC vergebene Rufnummer überhaupt nicht erreichbar ist. Egal, ob ich mich mit QSCs eigenem Softphone anmelde, welches aber sowieso nach wenigen Sekunden abschmiert, oder ob ich den Zugang in Gizmo oder PBXes einrichte. Abgehende Anrufe klappen nur mit PBXes.

Bei GMX kann ich gar nicht erst eine Rufnummer einrichten und somit das VoIP auch gar nicht testen. Das Webinterface zum Verwalten des Accounts bietet mir nur die Möglichkeit, eine vorhandene Festnetznummer nach GMX zu übertragen.

Bei dus.net klappt mit Gizmo alles bestens (zumindest meistens). Nur in PBXes ist die vergebene Nummer nicht erreichbar. Das Softphone klingelt zwar und man kann in der Software auch auf “Anruf annehmen” klicken. Nur auf der Gegenseite klingelt es munter weiter. Nicht die beste Ausgangssituation für ein Gespräch.

Neuerdings ist allerdings PBXes über Gizmo gar nicht mehr zu erreichen. Die Anmeldung bricht einfach ab. Und das, obwohl diese vor ca. 24 Stunden noch problemlos gelang und ich in der Zwischenzeit gar keine Möglichkeit gehabt hätte, etwas an der Konfiguration zu ändern. So viel zum Thema reproduzierbare Fehler.

Und jetzt soll ich mir tatsächlich ein richtiges Telefon für VoIP kaufen? Auf die Gefahr hin, dass auch damit alles schief geht? Nach meinen bisherigen Erfahrungen muss man ja damit rechnen. Und wenn man sich diverse Internetforen durchliest, wie zufrieden die Nutzer mit Nokias neuen WLAN-fähigen Handys sind, die auch VoIP-Telefonie unterstützen (sollen), dann macht mich das eher weniger zuversichtlich, um es noch einigermaßen positiv auszudrücken.

Momentan bin ich echt kurz davor, den ganzen Kram ad acta zu legen und mich in zwei Jahren nochmal damit zu befassen. Bei der nächsten Mobilfunkvertragsverlängerung.

Warum ich nicht bei eBay kaufe… - Fortsetzung

In dieser Handy-Dummy-Geschichte habe ich ein schlechtes Gewissen bekommen. Daher hatte ich die Idee, nach der abgelaufenen Auktion den Höchstbietenden darüber in Kenntnis zu setzen, worum es bei der Auktion wirklich geht. Dann kann er selber entscheiden, wie er weiter verfahren möchte, weiß aber, worauf er sich einlässt.

Normalerweise kann man auch jedem eBay-Konto Nachrichten zukommen lassen. Nicht aber, wenn ein eBay-Mitglied vor kurzem eine Auktion gewonnen hat. Dann bekommt man nämlich folgende Meldung:

eBay Verkäuferschutz

Ja, dann schützt mal weiter eure Verkäufer Gemeinschaft. Armes Schwein, dass jetzt vermutlich für 192 Euro eine Plastikattrappe kauft.

Update [15:40]: Anscheinend hat nun doch irgendjemand etwas unternommen. Der Verkäuferaccount existiert nicht mehr und seine noch offenen Auktionen sind entfernt worden.

Warum ich nicht bei eBay kaufe…

…zeigen Auktionen wie diese hier (siehe auch Screenshot). Dort bietet jemand gleich sechs mal folgenden Artikel an:

Nokia N71 D. Neu + Originalverpackt

Man könnte nun meinen, dass der Typ dort tatsächlich ein Handy für 1 Euro Startpreis anbietet, was eine unverbindliche Preisempfehlung von 449 Euro hat.

Denkste! Wenn man die Sache mal genau betrachtet, mag man sich fragen, was das “D.” da hinter N71 soll. Und auch die Artikelbeschreibung macht skeptisch:

Zu den technischen Daten eines echten Nokia N71

Seltsame Formulierung? Ein Blick auf die Artikelkategorie bringt Klarheit:

1. Katergorie: Handy; 2. Kategorie: Handy-Dummy

Aha. Dieser Mensch möchte gar kein N71 von Nokia verkaufen, sondern nur einen Handy-Dummy, also eine Attrappe. Die Dinger aus Plastik, die immer im Handyladen rumliegen und nur so aussehen, als seien das Handys.

Dummerweise hat er dabei ausversehen den Artikel auch noch in einer Kategorie eingestellt, in der eigentlich nur wirkliche Handys eingestellt werden dürfen. Kann ja mal passieren.

Und das “D.” für Dummy steht, das sollte doch wohl selbsterklärend sein. Da braucht man das dann auch in der kompletten Artikelbeschreibung nicht nochmal erwähnen.

Oder aber das Ganze ist doch ein Fall für § 263 StGB. Dafür sprechen jedenfalls seine 16 Bewertungen. Diese sind alle positiv. Sollte also eigentlich eher für ihn sprechen. Der Teufel steckt aber im Detail. Er war 16 mal als Käufer unterwegs und nie als Verkäufer. Und was hat er da so alles gekauft? Ausnahmslos Bücher für 1 Euro (plus max. 1,20 Euro Porto). 16 positive Bewertungen für 35,20 Euro. Na gut, das muss nichts heißen. Vielleicht sammelt der Mensch ja nur gerne Bücher.

Trotzdem stellen sich mir aber Fragen:

  1. Wieso findet man auf den eBay-Hilfeseiten zig Hinweise für den Fall, dass man als Verkäufer Probleme mit zahlungsunwilligen Käufern bekommt? Aber Hilfe für betrogene Käufer sucht man vergebens. Auch so etwas wie “Verdächtige Artikel melden” habe ich nicht finden können.
    Angesichts der Tatsache, dass bei eBay fast ausschließlich per Vorkasse bezahlt wird, behaupte ich mal, dass es bestimmt mehr betrügerische Verkäufer als Käufer gibt.
  2. Wie kann es sein, dass ein Artikel einmal in der Kategorie eines bestimmten Handys und gleichzeitig in der Kategorie “Handy-Dummy” sein kann? Wie irrsinnig ist das denn?

Vor Betrug beschützte Käufer verursachen bei eBay nur weitere Servicearbeit. Betrügerische Verkäufer aber bezahlen brav ihre Provisionen an eBay. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Würde es eBay mit dem Käuferschutz wirklich ernst meinen, gäbe es auf jeder Artikelseite einen Link “Verdächtigen Artikel melden”. Ich hätte draufgeklickt. Aber wenn ich nach minutenlanger Suche auf den Hilfeseiten immer noch keine Kontaktmöglichkeit für verdächtige Artikel finde, dann hört auch meine Motivation auf, die Käufer, die darauf reinfallen, zu schützen.

Das sind die Gründe, warum ich nicht bei eBay kaufe.

Das erste Handy ist übringens bereits bei 33,50 51,00 Euro. Ich bezweifle mal, dass jemand für eine Plastikattrappe so viel zu zahlen bereit ist.

Jan Delay über das Fusion Festival

Ich bin gerade auf der Homepage von Jan Delay vorbeigestolpert und fand dort unter der Rubrik “News Flash” einen interessanten Text (selbigen gibt’s auch bei den Beginnern direkt).

Was war passiert? Jan Delay ist wohl auf dem diesjährigen Fusion Festival aufgetreten. Getreu dem Motto “Ich liebe es, die Meinung zu spalten wie beim Holzhacken” hat er sich anscheinend im Deutschlandtrikot hingestellt und Fußballlieder gesungen. Und das auf einem Festival, das mit dem Motto “Ferienkommunismus” wirbt. Natürlich fanden das einige gar nicht lustig, so dass Jan Delay nun stellenweise als Deutschnationalist oder gar Rassist beschimpft wird.

Und weil der Jan das gar nicht so lustig findet, hat er nun dieses Statement abgegeben. Ich war zwar nicht dabei, aber auch so muss ich sagen, dass ich diese Aussagen fast vollständig unterschreiben könnte. In diesem Sinne: Stift her!

Der Text zeigt für mich einmal wieder, was für eine gesunde und vernünftige Einstellung der Herr Eißfeldt hat und wie sehr er sich doch über so viele Dinge differenzierte und kritische Gedanken macht.

Bei indymedia schreibt übrigens jemand:

-Jan Delay war ehrlich gesagt mit seiner Deutschland-Tümelei einfach zum Kotzen, ich bin da auch gegangen (habs auch nicht gemeldet, vielleicht hätte ich das sollen, ich glaube/hoffe aber dass er nicht mehr eingeladen wird) ?

Nicht gemeldet? Aha. Für Toleranz und gegen Polizeistaat. Und bloß kritisch sein gegenüber Kapitalismus, Nationalismus, Kommerz und Co. Aber wehe, da kommt jemand quer und fordert eben diese Toleranz für sich, um einen (zu Recht) selbst zu kritisieren.

Bei Wikipedia steht übrigens über das Fusion Festival:

Fernab der Gesellschaft soll eine Parallelgesellschaft entstehen, die frei von Zwängen und Kontrollen ist. Die Veranstalter legen großen Wert auf gegenseitige Toleranz […] es wird ausschließlich vegetarisches und veganes Essen verkauft.

Jaja, Toleranz auf die Flaggen schreiben. Aber dann, voll politisch korrekt, nur vegetarisches Essen verkaufen. Nichts gegen Leute, die kein Fleisch essen, aber genau diese Einstellung ist in meinen Augen beispielhaft für die gigantischen Ambivalenzen bei vielen Möchtegern-Alternativen.

Sommer ist…

…wenn man auf der A40 kurz vor Zuhause in der sengenden Sonne im Stau steht.

Und das in einem Auto*, das nicht nur keine Klimaanlage hat, sondern auch bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h zu überhitzen droht. Das ist natürlich gerade im innerstädtischen Verkehr und ganz besonders im Stau schonmal der Fall.

Das Einzige, was man dann als Fahrer machen kann, ist, die Heizung voll aufzudrehen, um damit den Motor irgendwie runterzukühlen. Da helfen dann auch beide geöffneten Fenster nicht mehr wirklich.

Das ist Sommer.

* nicht meins

Kleine Parkhauskunde

Dies ist an alle Autofahrer gerichtet, die mich immer wieder im Parkhaus des IKEA Essen über den Haufen fahren wollen. Ja, ihr seid gemeint. Ihr, die ihr immer so empört guckt, wie ich mich erdreisten kann, die Fahrbahn vor euch zu überqueren.

Die weißen Streifen in regelmäßigen Abständen da auf dem Boden nennt man Zebrastreifen oder Fußgängerüberweg. Und was das ist steht in § 26 StVO.

iTunes-LAME auf dem Intel-Mac

Um Musik von CDs in iTunes zu importieren bringt iTunes direkt einen MP3-Encoder mit. Wenn man aber (wie ich z.B.) lieber LAME verwenden möchte, geht das Dank iTunes-LAME auch.

Das Ding funktioniert zwar, hat aber einige Haken:

  1. Auf der offiziellen Downloadseite wird nur die Version 2.0.7 angeboten. Die anscheinend aktuelle Version 2.0.8 ist versteckt.
  2. iTunes-LAME benutzt eine alte Version von LAME.
  3. Der integrierte LAME-Encoder liegt als PowerPC-Version vor und wird auf Intel-Macs nur mit Rosetta ausgeführt.

Gerade letzteres führt auf meinem MacBook Pro zu grandiosen VBR-Kodierungsraten wie 1,2x (d.h. Kodieren 1,2 mal schneller als das Abspielen).

Zum Glück gibt es aber von alpharuin eine detaillierte Anleitung, wie man iTunes-LAME mit aktuellem LAME ausstattet. Die Compilerflags für Intel-Macs findet man allerdings nur in den Kommentaren und sogar da nur fehlerhaft. Richtig muss der configure-Aufruf heißen:

./configure –enable-static –disable-shared CFLAGS=”-fast -march=i686 -msse3 -mfpmath=sse”

Der Aufruf

sudo make install

ist eigentlich überflüssig, schadet aber nicht und sorgt nur dafür, dass LAME auch auf dem eigenen Mac (also nicht nur in iTunes-LAME) installiert wird. Dafür wird LAME zusätzlich in

/usr/local/bin/

installiert.

Ansonsten ist die Anleitung nur zu empfehlen. iTunes erreicht bei mir nun VBR-Kodierraten zwischen 8x und 12,5x.

Stoppt Beckmann!

Die Aktion “Stoppt Beckmann” ist genau das, wonach ich gesucht habe, ohne es zu wissen. Vor wenigen Tagen erfuhr ich, dass Beckmann in der ARD das Finale der WM kommentieren wird. Einen inkompetenteren Kommentator hätte man kaum wählen können.

Ein Kommentar auf der Unterschriftenliste gegen ihn als Kommentator:

Unerträglich!! Falsche Analysen alle 2 Minuten und Phrasereien über den Freund von dem Bekannten des Spielers… Man kann auch sagen, dass Hr. Beckmann 90 Minuten “dazwischen quatscht”.

Besser hätte ich es selbst nicht zusammenfassen können. Beckmann nervt mit irgendwelchen absurden Statistiken, wie die Mannschaft xy in der WM 1978 gegen den und den Gegner in der soundsovielten Minute welches Tor geschossen hatte. Abgesehen davon, dass das schon daher keinerlei Relevanz hat, da keiner der damaligen Spieler noch aktiv Fußball spielt: Wen interessiert sowas?

Am schlimmsten finde ich es aber, wenn er dem Zuschauer das Geschehen auf dem Platz damit näher bringen will, indem er die Aussagen und Gesichtsausdrücke der Spieler oder Trainer in wörtliche Rede packt. Als wüsste er, was die da unten sagen oder gar denken.

Sowas ist unglaublich peinlich. In solchen Momenten wünsche ich mir Fußballübertragungen mit Zweikanalton. Ein Kanal Kommentator und ein Kanal Stadionatmosphäre. Auf letztere möchte ich nämlich trotz Beckmann nicht verzichten.

(Gefunden in der Krambox)