In Deutschland ist es üblich, dass man sich in einer Hochschule nur dann einschreiben kann, wenn man gewisse Anforderungen erfüllt. Diese Voraussetzungen nennt man landläufig auch Abitur oder Hochschulreife. Reife. Das ist das, worüber Wikipedia schreibt:
Der Begriff Reife (v. reif, althochdt.: rifi was abgepflückt werden kann) bezeichnet die Erreichung eines vollkommenen Grades einer abgeschlossenen Entwicklung.
Vollkommener Grad. Abgeschlossene Entwicklung. Aha. Also sollte man einem Studenten zutrauen können, dass er soviel geistige Reife hat, dass er weiß, wo Naivität aufhört und totale Dummheit anfängt.
Nicht so bei der Campusgruppe des Attac Dortmund. Deren Aktionen haben mich schon oft den Kopf schütteln lassen. Aber die heutige Aktion hat allem bisherigen Bockmist die Krone aufgesetzt. Zumindest war es anscheinend ein Attac-Mitglied, der diese Aktion gestartet hat.
Auf einer heutigen Studenten”voll”versammlung wurde über Studiengebühren diskutiert. Dass Diskussionen nicht viel bringen, weiß man auch bei Attac. An sich ist es da nur löblich, dass man von den Artikeln 5 und 8 des Grundgesetzes Gebrauch machen will, um der Öffentlichkeit seine ablehnende Haltung diesen Gebühren gegenüber zu dokumentieren.
Aber muss man dabei gleich so dämlich und bescheuert sein, sich im Berufsverkehr auf die B1 (die auf Höhe der Uni gerade aus der A40 zur Bundesstraße wird) zu setzen (siehe hier und hier)?
Die Polizei spricht vom Straftatbestand des “gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr”. Hat sich vielleicht mal einer der Sitzstreikenden Gedanken gemacht, warum darin das Wort “gefährlich” vorkommt?
Wenn man als Protest gegen Studiengebühren sein eigenes Leben in Gefahr bringt, dann finde ich das gründlich hirnverbrannt. Aber was muss in einem vorgehen, dass man dabei schlimme Verkehrsunfälle riskiert und das Leben anderer Menschen in Gefahr bringt?
Und abgesehen von der Gefahr: Was will man damit erreichen? Wo ist da bitte die Relevanz? Normalerweise sollte Sinn einer Demonstration sein, dass man andere Menschen erreicht und von seiner Meinung überzeugt.
Der gestresste Berufsverkehrfahrer auf der B1 wird bestimmt total begeistert gewesen sein. Er wird in Zukunft öfter über Studiengebühren nachdenken. Fragt sich nur, welche Assoziationen er bei zukünftigen Diskussionen über Studiengebühren haben wird.
In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch zu der erfolgreichen Aktion! Eigentlich bin ich gegen Studiengebühren, aber solche idiotischen Aktionen machen es schwer, seine Meinung zu vertreten.
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