Wenn man in’s Kino geht, kann man mehr oder weniger tolle Filme sehen. Und eine Menge erleben.
Die Buchung
Das fängt schon bei der Buchung der Karten an. Will man nicht die übriggebliebenen Arschlochplätze abends an der Kasse erstehen, sollte man Karten vorbestellen. Am besten per Internet, da kann man sich z.B. beim UCI die Plätze im Saal sogar aussuchen. Eigentlich ein toller Service, von dem sowohl Zuschauer als auch Kinobetreiber profitieren. Immerhin sparen die dadurch eine Menge Personal an den sowieso überfüllten Kassen (ja, da wird tatsächlich gespart, früher - vor dieser Bestellmöglichkeit - waren die Kassen voller besetzt) und der Betreiber hat eine höhere Planungssicherheit was die Ausbuchung der Kinosäle angeht.
Und trotzdem darf man dafür 0,50 Euro pro Karte mehr bezahlen. Eine Frechheit! Man erspart den Betreibern Arbeit und darf dafür noch draufzahlen! Eigentlich sollten die Kinobesitzer froh sein, dass es noch ehrliche Kunden gibt. Dementsprechend sollte man diese Kunden verwöhnen. Wenn man dabei selber noch spart, umso besser. Aber es gibt ja genug Dumme (wie mich), die bereit sind, für Ersparnisse des Anbieters auch noch zu zahlen.
Die Anreise
Wenn man kein Auto hat, fährt man natürlich mit dem ÖPNV zum Kino. Klappt in der Theorie problemlos. Wenn dann aber in der Praxis die Bahn unvermittelt 15 Minuten zu spät ist, verpasst man seinen Anschlussbus, der nur halbstündig fährt.
Zum Glück hatten wir genügend Zeit eingeplant, dass es auch so klappen sollte. Sollte. Wenn man nicht den einen Busfahrer der Bogestra erwischt, der nicht, wie alle seine Kollegen, durch die Stadt rast, sondern ganz im Gegenteil so fährt, als wäre ganz Bochum abwechselnd Tempo-30-Zone oder eine riesige Spielstraße.
Karten abholen
Trotz allem haben wir es erstaunlicherweise noch zwei Minuten vor Filmbeginn zum Kino geschafft. Zum Glück haben wir die Tickets im Internet gebucht, denn das UCI weiß:
Wir haben etwas gegen Schlangen! - Online kaufen statt Schlange stehen!
Denkste! Eigentlich kann man im UCI seine Tickets bequem am Automaten ausdrucken lassen. Wenn die Dinger nicht - wie so gut wie jedes Mal - kaputt sind. Der erste Automat meinte, meine Karten auszudrucken, es kam nur leider nichts raus. Der zweite Automat konnte meine Reservierung irgendwie nicht finden. Die anderen beiden Automaten, die es früher mal gab, wurden weggespart. Ganz großes Kino!
Also doch in einer der meterlangen Schlangen eingereiht. Nach 13 Minuten ist man endlich dran und der Ticketmensch an der Kasse behandelt einen so, als lägen die misslungenen Ausdruckversuche an meiner EC-Karte. Klar, genauso wie an den zig anderen EC-Karten die auch alle heute abend nicht funktionieren wollten.
Immerhin haben wir unsere Karten bekommen und konnten in den Film, der wundersamerweise noch nicht angefangen hatte. Also lief zum Glück nicht alles schief.
Papa, ich muss Pipi
Der Film hat dann auch echt alles andere wieder wett gemacht. Wenn da nicht dieses sprichwörtliche Pissblag in unserer Reihe gewesen wäre, das in der gesamten Vorstellung fünf mal an uns vorbei auf Klo musste. Gut, kann der Kleine ja auch nichts für, wenn Papa ihm eine 1l-Cola aufzwingt, aber nervig war das trotzdem. Und morgen darf ich meine Schuhe putzen, über die der Bengel mehrfach drübergelatscht ist.
Die Abspannangst
Irgendwie entwickle ich langsam eine Theorie, dass der gemeine Kinozuschauer Angst vor dem Abspann hat. Dass ein Großteil der Kinozuschauer hektisch aufspringt, sobald die erste Zeile des Abspanns zu sehen ist, ist ja nichts Neues. Aber das die Ersten schon aufspringen, sobald sich das Ende des Films ankündigt (und das, obwohl der noch bestimmt eine Minute lief), habe ich auch noch nicht erlebt.
Naja, irgendwie habe ich mich damit abgefunden, zu der Minderheit zu gehören, die sitzen bleibt, bis der Film wirklich zu Ende ist. Zum Glück warten in Bochum auch die Kinomitarbeiter fairerweise mit dem Aufräumen so lange. In anderen Kinos wird man teilweise sogar von hinten von den Mitarbeitern beschimpft, wenn man sich erdreistet, während des Abspanns sitzen zu bleiben.
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