Archiv für Mai, 2006

Sprachenwirrwarr in der Mensa

Heute folgenden Schriftzug am Kaffeestand in der Mensa bemerkt:

Alle Coffee’s auch 2Go

Reife Leistung! Neben einer total lächerlichen Mischung aus Deutsch und Englisch und einem blöden Zahlwortspiel auch noch ein Konstrukt verwendet, das weder im Englischen noch im Deutschen richtig wäre.

Ähnlich blöd waren Plakate, die letztens in der Mensa rumhingen. Folgender Titel:

Business Konferenz Germany

Wie peinlich ist das eigentlich? Wenn deutsche Begriffe für wichtige Wirtschaftsmenschen schon scheiße klingen, warum dann nicht einfach “Business Conference Germany”. Das wäre wenigstens in einer Sprache richtig gewesen.

Den Vogel schießt aber die BiTS Iserlohn (eigener Slogan: “Die Unternehmer-Hochschule”) ab. Von denen lagen vor einiger Zeit mal Werbeblättchen in der Mensa rum (leider hab ich das Original nicht mehr), in denen die Privat-FH recht arrogant und elitär den Leser von ihren Qualitäten überzeugen wollte. Mit folgender Titelzeile:

No time to loose!

Aaaha. Das mit dem Englisch üben wir besser nochmal!

Erlebniskino

Wenn man in’s Kino geht, kann man mehr oder weniger tolle Filme sehen. Und eine Menge erleben.

Die Buchung

Das fängt schon bei der Buchung der Karten an. Will man nicht die übriggebliebenen Arschlochplätze abends an der Kasse erstehen, sollte man Karten vorbestellen. Am besten per Internet, da kann man sich z.B. beim UCI die Plätze im Saal sogar aussuchen. Eigentlich ein toller Service, von dem sowohl Zuschauer als auch Kinobetreiber profitieren. Immerhin sparen die dadurch eine Menge Personal an den sowieso überfüllten Kassen (ja, da wird tatsächlich gespart, früher - vor dieser Bestellmöglichkeit - waren die Kassen voller besetzt) und der Betreiber hat eine höhere Planungssicherheit was die Ausbuchung der Kinosäle angeht.

Und trotzdem darf man dafür 0,50 Euro pro Karte mehr bezahlen. Eine Frechheit! Man erspart den Betreibern Arbeit und darf dafür noch draufzahlen! Eigentlich sollten die Kinobesitzer froh sein, dass es noch ehrliche Kunden gibt. Dementsprechend sollte man diese Kunden verwöhnen. Wenn man dabei selber noch spart, umso besser. Aber es gibt ja genug Dumme (wie mich), die bereit sind, für Ersparnisse des Anbieters auch noch zu zahlen.

Die Anreise

Wenn man kein Auto hat, fährt man natürlich mit dem ÖPNV zum Kino. Klappt in der Theorie problemlos. Wenn dann aber in der Praxis die Bahn unvermittelt 15 Minuten zu spät ist, verpasst man seinen Anschlussbus, der nur halbstündig fährt.

Zum Glück hatten wir genügend Zeit eingeplant, dass es auch so klappen sollte. Sollte. Wenn man nicht den einen Busfahrer der Bogestra erwischt, der nicht, wie alle seine Kollegen, durch die Stadt rast, sondern ganz im Gegenteil so fährt, als wäre ganz Bochum abwechselnd Tempo-30-Zone oder eine riesige Spielstraße.

Karten abholen

Trotz allem haben wir es erstaunlicherweise noch zwei Minuten vor Filmbeginn zum Kino geschafft. Zum Glück haben wir die Tickets im Internet gebucht, denn das UCI weiß:

Wir haben etwas gegen Schlangen! - Online kaufen statt Schlange stehen!

Denkste! Eigentlich kann man im UCI seine Tickets bequem am Automaten ausdrucken lassen. Wenn die Dinger nicht - wie so gut wie jedes Mal - kaputt sind. Der erste Automat meinte, meine Karten auszudrucken, es kam nur leider nichts raus. Der zweite Automat konnte meine Reservierung irgendwie nicht finden. Die anderen beiden Automaten, die es früher mal gab, wurden weggespart. Ganz großes Kino!

Also doch in einer der meterlangen Schlangen eingereiht. Nach 13 Minuten ist man endlich dran und der Ticketmensch an der Kasse behandelt einen so, als lägen die misslungenen Ausdruckversuche an meiner EC-Karte. Klar, genauso wie an den zig anderen EC-Karten die auch alle heute abend nicht funktionieren wollten.

Immerhin haben wir unsere Karten bekommen und konnten in den Film, der wundersamerweise noch nicht angefangen hatte. Also lief zum Glück nicht alles schief.

Papa, ich muss Pipi

Der Film hat dann auch echt alles andere wieder wett gemacht. Wenn da nicht dieses sprichwörtliche Pissblag in unserer Reihe gewesen wäre, das in der gesamten Vorstellung fünf mal an uns vorbei auf Klo musste. Gut, kann der Kleine ja auch nichts für, wenn Papa ihm eine 1l-Cola aufzwingt, aber nervig war das trotzdem. Und morgen darf ich meine Schuhe putzen, über die der Bengel mehrfach drübergelatscht ist.

Die Abspannangst

Irgendwie entwickle ich langsam eine Theorie, dass der gemeine Kinozuschauer Angst vor dem Abspann hat. Dass ein Großteil der Kinozuschauer hektisch aufspringt, sobald die erste Zeile des Abspanns zu sehen ist, ist ja nichts Neues. Aber das die Ersten schon aufspringen, sobald sich das Ende des Films ankündigt (und das, obwohl der noch bestimmt eine Minute lief), habe ich auch noch nicht erlebt.

Naja, irgendwie habe ich mich damit abgefunden, zu der Minderheit zu gehören, die sitzen bleibt, bis der Film wirklich zu Ende ist. Zum Glück warten in Bochum auch die Kinomitarbeiter fairerweise mit dem Aufräumen so lange. In anderen Kinos wird man teilweise sogar von hinten von den Mitarbeitern beschimpft, wenn man sich erdreistet, während des Abspanns sitzen zu bleiben.

Notebook?

Aus Wikipedia:

Ein Notebook (engl. notebook – Notizbuch), Laptop (engl. laptop – „auf dem Schoß“) oder auch Klapprechner, manchmal auch Mobilrechner genannt, ist ein kleiner, tragbarer Mikrocomputer.

Insofern kann man Acer eigentlich nichts vorwerfen, dass sie ihr neues Modell Aspire 9800 als Notebook bezeichnen.

Immerhin, das Ding ist ein tragbarer Computer. Aber das ist auch schon so gut wie alles. Wegen seines 20″-Displays hat das Gerät eine Stellfläche, die zwischen DIN A3 und DIN A2 liegt. Bei einem Notebookgewicht von fast 8 kg(sic!) schafft der Akku laut Hersteller 90 Minuten Laufzeit. Kosten 2200 Euro.

Das Gerät ist also zu sperrig, um es bequem in der Bahn oder sonstwo in der Öffentlichkeit zu benutzen. Der Akku hält nur so kurz, dass man die Laufzeit eh nur zum Überbrücken zwischen zwei Steckdosen nutzen kann. Und bei dem Gewicht frage ich mich, wer das Teil (plus Zubehör wie Ladegerät etc.) durch die Gegend schleppen will.

Bleibt also ein Desktoprechner mit USV zum Prestigepreis bei dem man nicht einmal Display und Tastatur voneinander getrennt bewegen kann. Ein 20″-iMac (genauso mit leiser und stromsparender Notebooktechnik) sieht besser aus und kostet bei gleicher Auflösung und genausoviel RAM (sowohl Hauptspeicher als auch Grafikspeicher), aber mehr Festplattenplatz und einer schnelleren CPU 1919 Euro. Und das zu Apple-Preisen!

Ich muss nicht verstehen, warum sich jemand dieses Notebook kaufen will, oder?

Oase in der Wüste

Ich hab servicemäßig echt schon einiges erlebt. Jetzt ist letztens an unserem Warmwassergerät in der Küche ein Ventilaufsatz zerbrochen. Also eine Mail an Stiebel-Eltron geschickt und nachgefragt, wo man denn ein solches Ersatzteil bekommen kann, was das kostet etc.

Erwartet hab ich Antworten von “Kostet 5 Euro plus 7,50 Euro Versand” bis “Können wir nicht liefern, bitte fragen Sie Ihren Händler, bei dem Sie das Gerät gekauft haben”. Stattdessen kam gar keine Antwort sondern gestern nur ein Paket mit dem Ersatzteil und folgendem Schreiben:

Stiebel Eltron kulant (Klick für größere Version)

Damit hätte ich nun nicht gerechnet.

Political Incorrectness

Ausschnitt aus einem Flyer der Linken Liste der Uni Dortmund zur StuPa-Wahl 2006 (draufklicken für große Version):

Flyer der Linken Liste

Soso, feministisch und antidiskriminierend. Und ich dachte bisher immer, dass sich das widerspricht…

Katastrophe

Flyer des Protestkomitees Bochum

Ohne weiteren Kommentar.

Eurovision Schlagermetal Contest

Was für peinliche Spacken.

Und über Popetown regen sie sich auf…

Gerade lief bei MTV Drawn Together. Kurz vor dem Ende kam eine Einblendung, in der Gott schildert, wie sehr er Schwule mag. Dann kam völlig zusammenhanglos von links ein verpixeltes, hautfarbenes Etwas ins Bild, das zweifelsfrei an einen erigierten Penis erinnert.

Gott stupst dieses Etwas vergnügt an und schnüffelt anschließend daran. Der folgende Abspann lässt das weitere Geschehen natürlich offen.

Mich wundert nur, dass sowas keine öffentliche Entrüstung auslöst. Als gläubiger Christ wäre ich so richtig angepisst.

Gegen Popetown hingegen wird Sturm gelaufen. Gegen eine Serie, die einfach nur schlecht ist, aber weder lustig, noch irgendwie blasphemisch. Eine Serie von der ich richtig fiese Satire erwartet hab, die aber mit Lächerlichkeit enttäuscht hat. Eine Serie, für die Slapstick ein Kompliment ist.

Max Maulwurf, die faule Sau, will nicht in der Woche arbeiten

Heute in der Bahn nach Essen, kurz hinter dem Halt “Bottrop-Feldhausen” (da wo auch der Movie Park ist). Zwei Jugendliche, die dort einsteigen, setzen sich hinter mich. Dann durfte ich mir das anhören:

Er: Zwischen Gladbeck-West und Bottrop ist eine Baustelle. Da müssen wir mit dem Bus nach Bottrop fahren. Dauert eine halbe Stunde länger.

Sie: Echt? So eine Scheiße!

Er: Nein, ich hab dich nur verarscht. Da war am Wochenende eine Baustelle und man musste mit dem Bus nach Bottrop.

Sie (total ernst): Was? Wieso machen die das am Wochenende? Sind die Scheiße? Die sollen das in der Woche machen! Ich muss auch in der Woche arbeiten!

Vierundvierzighundert

Stellen Sie sich vor, eine gigantische leuchtende Kugel rast auf Amerika zu und pupst über irgendeinem See “im Hinterhof” 4400 Menschen aus. Hört sich bescheuert an? Ist aber so.

Heute lief der Pilot zu “4400 - Die Rückkehrer” auf Pro Sieben. Und schon in den ersten paar Minuten tun sich Parallelen zu Taken auf. Der männliche Hauptdarsteller ist Joel Gretsch, damals einer der netteren Bösewichte.

Aber das ist nicht die einzige Parallele. Eine weibliche Hauptrolle ist ein kleines, total nerviges Mädchen. Conchita Campbell ist die neue Dakota Fanning. Dummerweise kann die Kleine auch noch hellsehen. Kinder in Science-Fiction- und Mysteryserien gehören endlich abgeschafft!

Dazu kommt eine offensichtlich katastrophale Synchronisation, die mit Zitaten wie “Geh doch scheißen, Onkel Tommy!” und weiteren Gurken glänzt.

Naja, Taken war am Anfang richtig gut und am Ende nur noch lächerlich. Mal abwarten, was die nächsten Folgen 4400 so bringen. Diesmal bleibe ich nicht dabei, wenn es unerträglich wird.